ICEs der Deutschen Bahn
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Weniger Gewinn, hohe Verluste bei DB Cargo, keine kurzfristige Besserung für Qualitätsmängel - richtig überzeugend war die Präsentation der Bahn-Bilanz nicht. Doch es gebe auch Anlass zur Zuversicht, kommentiert unser Bahn-Experte Carsten Jens.

So richtig voll überzeugend war das auch diesmal nicht, die Präsentation der Deutsche Bahn-Bilanz. Zurückgehender Gewinn, riesige Verluste bei DB Cargo und auch keine kurzfristige Besserung für die Qualitätsmängel im Fernverkehr. Die Bahn also Grau in Grau? Vielleicht gibt’s doch Anlass für gewisse Zuversicht, gespeist aus wenigen Fakten und einem Eindruck.

Das klingt wackelig, ich geb’s ja zu, aber schauen wir trotzdem mal auf die Fakten: Der Bund ist offenbar bereit, seiner Bahn endlich mehr Geld zu geben, um das Schienennetz besser zu pflegen und Engpässe zu beseitigen. Das ist auch die verdammte Pflicht und Schuldigkeit des Bundes - das steht so im Grundgesetz. Bisher hat man das aber nonchalant missachtet.

So wie 2018 kann es nicht weitergehen

Die Bahn AG selbst ist wiederum endlich in die Pötte gekommen und ordert neue Fernzüge. Dass die Bahn bisher quasi ohne Reserven unterwegs war, das war unfassbar nachlässig. Außerdem hat man sich durchgerungen, die Tochter Arriva für den europäischen Nahverkehr zu verkaufen. Das hat Nachteile, aber auch einen großen Vorteil: Geld strömt in die leeren Kassen.  

So weit drei Fakten. Jetzt kommt der Eindruck: Bahnchef Richard Lutz vermittelt nämlich den Eindruck, dass er verstanden hat – so wie 2018 kann es nicht weitergehen. Lutz und die Seinen haben ja im Winter nach dem Pannenjahr 2018 von ihren Fahrgästen von der Öffentlichkeit und auch von der Bundesregierung richtig Feuer gekriegt. Jetzt, so hoffe ich, könnte Schluss sein damit, dass die DB-Spitzenleute wie die Wanderprediger ihr Publikum immer und immer wieder auf eine bessere Eisenbahn im nächsten Leben vertrösten. Aus vielen Gründen brauchen wir die bessere Eisenbahn sehr bald.

Sendung: hr-iNFO, 28.3.2019, 16:10 Uhr

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