Montage: Logo der Deutschen Bank vor der Commerzbank-Zentrale
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Die Deutsche Bank und die Commerzbank werden über eine mögliche Fusion sprechen. Der Zusammenschluss solle nur zustande kommen, wenn er wirtschaftlich sinnvoll sei, heißt es von der Deutschen Bank. Das ist jedoch unwahrscheinlich, meint unser Kommentator.

Deutsche Bank und Commerzbank wollen zusammengehen, wollen bei den Großen der Branche mitmischen. Wobei das mit dem Wollen gar nicht so sicher ist. Ich habe den Eindruck, sie sollen. Sollen groß werden, sollen die deutsche Wirtschaft rund um den Globus beim Investieren und Exportieren unterstützen.

Natürlich schadet es dabei nicht, wenn die Bank groß ist. Wenn es gut läuft, macht das die Bank auch sicherer. Aber ich befürchte, dass in diesem Fall der Wunsch Vater des Gedanken ist - der Wunsch von Finanzminister Scholz. Der hat in den letzten Wochen im Hintergrund so lange gedrängt, bis beide Banken gesagt haben: 'Gut, dann reden wir halt.'

Ein Kahlschlag bei den Arbeitsplätzen

Wirklich überzeugt wirken die Chefs Sewing und Zielke nicht. Diese Skepsis wiederum überzeugt mich: Mit den Erfahrungen, die Deutsche Bank und Commerzbank gemacht haben, mit den Problemen, die sie noch immer vor sich herschieben, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Zusammenschluss der beiden erfolgversprechend wäre.

Die Commerzbank selbst hat sich fast an der Dresdner Bank verschluckt, der Bund hält noch immer Anteile. Ansonsten hätte sie die große Finanzkrise wohl gar nicht überstanden – und der Umbau ist auch noch nicht abgeschlossen. Ganz zu Schweigen von der Deutschen Bank: Stellenabbau, IT-Probleme, Rechtsstreitigkeiten und auch nach Jahren ist die Postbank noch immer nicht wirklich Teil der Deutschen Bank.

Wie soll es da gehen, diese beiden großen und nach wie nicht wirklich fitten Banken so zusammenzulegen, dass es funktioniert? Weil: Wenn fusioniert wird, muss es funktionieren. Ansonsten wäre das Geschrei riesengroß: Weil dann der Staat, also der Steuerzahler, also wir, wieder einspringen müssten.

Spätestens dann würde es bei den Arbeitsplätzen einen Kahlschlag geben – und der wird auch so schon befürchtet bei einer Fusion: 10.000, 30.000, 50.000 Jobs weg, ohne dass es einen in meinen Augen nachvollziehbaren Grund gibt, ohne dass es die begründete Annahme gibt, dass dann alles gut wäre? Nein, bitte lasst die beiden in Ruhe versuchen, wieder auf die Beine zu kommen. Jede für sich - das ist schon schwer genug. 

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Sendung: hr-iNFO, 18.3.2019, 16:10 Uhr

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