Besucher auf der IAA.

Die Themen auf der IAA bestimmen in diesem Jahr nicht die Autohersteller vor Ort - sondern die, die nicht da sind. Steht die Leistungsshow der Automobilbranche vor dem Aus?

Die deutsche Autoindustrie und ihr Verband, der VDA, haben es in diesem Jahr wirklich nicht leicht: Die Themen auf dieser - ich bin fast geneigt zu sagen: einstigen - Leistungsshow der Autobranche setzen diesmal die anderen. Die, die nicht da sind, und der Messe somit einen empfindlichen Ausstellerrückgang beschert haben.

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Schon wird über die Zukunft der Messe diskutiert. Wird es eine IAA 2021 geben? Diese Frage wird gestellt. Noch viel mehr bestimmt aber die Klimadiskussion diese 68. Auflage der Automesse IAA. Gespannt schaut die Öffentlichkeit auf das kommende Wochenende, wo mit Großkundgebungen gerechnet wird.

Eröffnung anders als erwartet

Und auch am Tag der offiziellen Eröffnung lief vieles nicht so, wie sich die Veranstalter das wohl erhofft hatten. Zuvor war berichtet worden, der Frankfurter Oberbürgermeister sei wegen einer autokritischen Rede von der Eröffnung ausgeladen worden, am Morgen gab es zudem neue Vorwürfe gegen VW, das Unternehmen soll weiter Schummelsoftware verbaut haben.

Und dann der traditionelle Rundgang der Kanzlerin: Als VW-Chef Diess ihr gerade den neuen Elekto-Volkswagen ID3 näher erläuterte, hallten Rufe und Pfiffe durch die Halle. Mehrere Greenpeaceaktivisten hatten sich auf Autos gestellt und Plakate hochgehalten.

Proteste von Umwelt-Aktivisten

Minutenlang zogen sie damit die Aufmerksamkeit auf sich, auch die der vielen Fotoapparate und Fernsehkameras. Aktivisten gaben Interviews auf dem VW-Stand. Das Unternehmen konnte kaum etwas dagegen tun, die Gefahr war zu groß, dass Bilder von Rangeleien um die Welt gehen. Ein ganz ähnliches Bild, dann zum Schluss des Rundgangs bei BMW, wieder Aktivisten auf den hochglanzpolierten Ausstellungsstücken.

Aktivisten von Greenpeace protestieren beim Rundgang von Kanzlerin Merkel über die IAA auf VW-Autos mit Plakaten mit Aufschrift "Klimakiller"

Beteuerungen der Autohersteller, sich dem Klimaschutz verpflichtet zu fühlen, verhallen da schnell. Und da kann ihnen auch Kanzlerin Angela Merkel kaum helfen, denn auch sie muss jetzt liefern in Sachen Klima. Freitag in einer Woche soll das sogenannte Klimakabinett Maßnahmen zur CO2-Reduktion vorlegen. Ich bin sicher: Auch das werden die Aktivistinnen und Aktivisten in Sachen Klimaschutz wohl mit großer Skepsis beobachten und begleiten.

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 12.9.2019, 15-18 Uhr

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