Kind wird beim Arzt geimpft
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Wir brauchen die Impfpflicht gegen Masern, meint unsere Kommentatorin. Denn beim Impfen gehe es nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern auch um die der anderen.

Gesundheit ist Privatsache – das stimmt. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Beim Impfen geht es nicht nur um die eigene Gesundheit, sondern auch um die der anderen. Für mich ist damit klar: Wir brauchen die Masern-Impfpflicht, die Politik muss Handeln.

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Angesichts einer alarmierenden Zunahme von Masern prüft die Koalition derzeit eine bundesweite Impfpflicht gegen die Virusinfektion. [mehr auf tagesschau.de]

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Klar wäre es besser, ohne eine Impflicht auszukommen, aber das funktioniert offensichtlich nicht. Die Zahlen sprechen für sich: Laut dem Robert-Koch-Institut sind im Jahr 2016 325 Fälle von Masern gemeldet worden. Allein in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres waren es schon fast 400.

Es geht um Verantwortung - für sich und andere

Und: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Impfgegner zu einer der zehn größten globalen Bedrohungen erklärt. Wer sich und seine Kindern impfen lässt, schützt sich selbst, aber auch andere. Wer es lässt, profitiert einfach nur vom Impfschutz der anderen. Das ist unsozial - auch denen gegenüber, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

Beim Impfen gegen Masern geht es um Verantwortung – für sich selbst und die eigenen Kinder. Aber es geht auch um Verantwortung anderen gegenüber. Gesundheit ist damit nicht mehr nur Privatsache. Und darum muss sie her, die Masern-Impfpflicht.

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Wissenswert: Wie Impfungen funktionieren

Von Stephan Hübner

Beim Impfen werden dem Körper ganz bewusst kleine Mengen winziger Krankheitserreger zugeführt. Der Impfstoff enthält einen oder mehrere Krankheitserreger, meist Viren oder Bakterien, in totem oder lebendigem Zustand. Sind sie erst mal im Körper, verursachen sie in ihm eine ganz leichte Erkrankung, zum Beispiel eine Virusgrippe.

Meistens merkt man von diesen Erkrankungen aber gar nichts. Denn der Körper bekämpft sie und stellt dabei Abwehrstoffe her, die ganz spezifisch gegen den jeweiligen Krankheitserreger wirken. Die Abwehrstoffe heißen Antikörper und stehen im Dienste des Immunsystems. Antikörper sind hochspezialisierte Eiweiße. Ihr Job im Körper heißt: Gesundheitspolizei.

Die Antikörper bleiben nach dem Impfen im menschlichen Körper. Wie lange, das ist je nach Impfung unterschiedlich. Aber genau deswegen müssen viele Impfungen in Abständen wiederholt werden. Denn nur so lange Antikörper da sind, merkt sich das Immunsystem, dass es eingreifen muss. Tauchen im Körper wieder einmal die Krankheitserreger auf, die es vom Impfen noch kennt, schlägt die Antikörper-Gesundheitspolizei zu.

Diese Art von Impfungen, bei denen das körpereigene Immunsystem angekurbelt wird, nennt man Aktiv-Impfungen. Alternativ sind auch Passiv- oder Heilimpfungen möglich. Bei ihnen erhält der Körper direkt eine Dosis Antikörper zugeführt.

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Sendung: hr-iNFO, 25.3.2019, 16:10 Uhr

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