Auf Geldscheinen steht ein Stempel, auf dem "Konjunkturpaket" steht.

Der Bundestag berät über den Bundeshaushalt 2021. Die schwarze Null ist erst einmal eingemottet. Stattdessen will der deutsche Staat in den nächsten Jahren Kredite in Milliardenhöhe aufnehmen. Das ist genau der richtige Weg, meint unsere Kommentatorin.

In der größten Krise der Nachkriegsgeschichte sollte das Sparen nicht im Vordergrund stehen. Im Gegenteil: Gerade weil Deutschland in den letzten Jahren gespart hat, kann es jetzt extrem günstig an neues Geld kommen. Das ist für uns sehr komfortabel und diese Chance sollte der Staat nutzen, um die Schäden dieser Krise mit Staatsgeld abzufedern.

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Symbolbild: Ein Coronavirus umgeben von anderen Krankheitserregern.
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Die Bundesregierung sollte auch weiter beherzt Geld ausgeben, gebeutelten Unternehmen und Privatleuten unter die Arme greifen – auch den Kommunen, denen die Steuereinnahmen wegbrechen. Denn Kurzarbeitergeld und Corona-Hilfen aller Art tragen dazu dabei, dass die Wirtschaft allmählich wieder auf die Beine kommt.

Italienische Schuldenberge sind noch weit entfernt

Wer da zu rasch wieder ans Schuldentilgen denkt, könnte diese Erholung im Keim ersticken. Und da diese Hilfsgelder oft an Bedingungen geknüpft sind, profitierende Unternehmen etwa die Digitalisierung oder den Klimaschutz vorantreiben müssen, können davon sogar künftige Generationen profitieren. Wer Sorge hat, dass das Schuldenmachen allmählich aus dem Ruder läuft: Von schwindelerregenden Schuldenbergen wie in Italien sind wir immer noch weit entfernt.

Und ganz beerdigt ist die schwarze Null ja nicht, denn immerhin plant die Bundesregierung ja doch in den nächsten Jahren zu einem Haushalt ohne neue Schulden zurückzukehren. Und in normaleren Zeiten ist gegen deutsche Knausrigkeit ja auch nichts einzuwenden

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 29.09.2020, 6-9 Uhr

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