Datenschutz

Bürokratisches Chaos und große Verwirrung prophezeiten Gegner vor der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung. Geblieben sind ein paar Klicks mehr, die Verbraucher jetzt tätigen müssen - mit großem Nutzen.

Keine Wellen von Bußgeldern, keine Horden von Abmahn-Anwälten zogen übers Land, um arglose Kindergärten und Kegelvereine zu ruinieren. Weder Arztpraxen noch Klempnerbetriebe mussten dicht machen und auch öffentlich zugängliche Klingelschilder existieren noch.

Gemessen an den Horrorstorys und der Hysterie rund um die Einführung der EU-Datenschutzgrundverordnung ist das Ende der Welt, wie wir sie kennen – und nicht weniger war uns verkündet worden – erstaunlich milde ausgefallen. Wir Verbraucher klicken im Netz ein paar mehr Fensterchen weg und setzen ein Häkchen mehr oder auch nicht. Sonst ist alles beim Alten.

Großer Nutzen für Verbraucher

Was wir nicht mitbekommen, ist der größte Nutzen der Verordnung: Dass neben Facebook, Google und den üblichen Verdächtigen nun auch 23 Millionen kleine und mittlere Unternehmen in der der Europäischen Union gezwungen sind, sich Gedanken zu machen: Warum verarbeiten sie unsere Daten? Sind es mehr, als sie müssten? Und haben sie uns gefragt?

Und jene Menschen, die ihr persönliches Recht auf den Schutz ihrer Daten nicht nutzen wollen? Auch das ist okay, so funktionieren Rechte. Niemand muss sie nutzen. Wählen geht auch nur jeder Zweite, das Wahlrecht stellt deshalb niemand infrage.

Bei der Einführung der DSGVO vor einem Jahr beklagten vor allem Wirtschaftsverbände noch überbordende Bürokratie und Regulierungswahn der EU. Heute beschweren sie sich allen Ernstes, die Verordnung lasse "zu große Spielräume". Manchen kann es die EU einfach niemals recht machen.

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