Pinguin und norwegischer Brigadegeneral Nils Olav bei der Militärparade.

Norwegen ist das diesjährige Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. Literatur können sie im hohen Norden, aber sonst? hr-iNFO wirft einen Blick auf die etwas anderen Gewohn- und Eigenheiten des Landes.

Denkt man an Norwegen, wandern die Gedanken erst einmal zu Strickpullovern, Wintersport und Fjorden. Ansonsten bekommt man nicht viel mit vom Land im Norden Europas. Dabei gibt es durchaus Wissenswertes und Kurioses zu berichten.

Die Basics

Norwegen ist flächenmäßig etwas größer als Deutschland, hat aber nur einen Bruchteil der Einwohner. In Norwegen leben 13 Menschen pro Quadratmeter, in Deutschland rund 230.

Norwegen ist ein sehr reiches Land, seit es 1969 ein riesiges Ölfeld in der Nordsee entdeckt hat. Durch den Reichtum ist der Lebensstandard sehr hoch – und das macht die Norweger glücklich. Im World-Happiness-Index ist das Land immer ganz vorne mit dabei.

Speisen

Ein traditionelles Gericht ist der Lutefisk. Das ist Kabeljau, der in Natronlauge aufgeweicht wird. Am Lutefisk scheiden sich allerdings die kulinarischen Geister. Viel beliebter ist in Norwegen die Tiefkühlpizza Marke Grandiosa. Die Norweger vertilgen weltweit die meisten Tiefkühlpizzen, schreibt die deutsch-norwegische Autorin Ebba Drolshagen in ihrem Buch "Gebrauchsanweisung für Norwegen".

Getränke

Man könnte meinen, die Norweger kennen kein Maß. Pro Kopf vertrinken sie fast zehn Kilogramm Rohkaffee im Jahr. Nur in Finnland ist es noch mehr. Zum Vergleich: Der Durchschnittsdeutsche kommt mit gut fünf Kilogramm Kaffee hin.

Auch beim Alkohol greift man in Norwegen gerne zu. Hochprozentiges kann man nur in den staatlich kontrollierten Alkoholläden namens "Vinmonopolet" kaufen und es ist horrend teuer. Eine Flasche Schnaps kostet gerne mal 40 Euro und mehr. Aber das scheint es den Norwegern wert zu sein. Für Saufgelage am Wochenende haben sie sogar einen eigenen Ausdruck: "Helgefyll".

Fauna

Dass die größte wildlebende Rentierpopulation Europas in Norwegen zu Hause ist, ist gar nicht so überraschend. Viel kurioser ist, dass dort seit Jahrzehnten schottische Pinguine Mitglieder der königlichen Garde sind. Seit den 1970er Jahren hegt die Garde wegen der Teilnahme am Musikfestival Edinburgher Military Tattoo eine enge Beziehung zu den Pinguinen dort. Daraufhin nahmen sie Pinguin "Nils Olav" ins Regiment auf. Mittlerweile ist der dritte Nils Olav im Amt. König Harald V. von Norwegen hat ihn 2008 zum Ritter geschlagen und seit 2016 ist Sir Nils Olav Brigadegeneral.

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Auch Kühe leben in Norwegen komfortabel. Seit ein paar Jahren müssen Kühe per Gesetz auf Matratzen schlafen. So geben sie angeblich mehr Milch. Pinguine in der Garde, Kühe auf Matratzen: Es menschelt sehr in Norwegen.

Auch bei den Elchen, die zum Winteranfang gerne mal betrunken sind. Sie fressen zu Beginn der kalten Jahreszeit gerne Äpfel und Beeren, die schnell gären. Dadurch werden sie beschwipst – und auch gefährlich. Nicht selten kommt es vor, dass Elche oder Rentiere betrunken oder nüchtern im Wald auf Bahngleise laufen und von Zügen erfasst werden. Deshalb haben Lokführer oftmals Gewehre im Führerhaus, um die verunglückten Tiere zu erschießen.

Kultur

In Norwegen ist es bekanntlich kalt. So kalt, dass man Musikinstrumente aus Eis und Schnee bauen und auf ihnen spielen kann. Dafür gibt es einmal im Jahr ein ganzes Festival, nämlich das Ice Music Festival in Geilo, 220 Kilometer nordwestlich von Oslo.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 16.10.2019, 6-9 Uhr

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