Mögliche Nachfolger für Angela Merkel
Jens Spahn, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Armin Laschet (von oben links im Uhrzeigersinn) Bild © dpa / Collage: hr

Kanzlerin Merkel kündigte an, beim Parteitag im Dezember nicht mehr als CDU-Parteichefin anzutreten. Welche potenziellen Nachfolger haben welche Chancen?

FRIEDRICH MERZ

Der 62-Jährige brachte sich unmittelbar nach Bekanntwerden von Merkels Verzicht auf den Parteivorsitz als Kandidat ins Spiel und bestätigte am Dienstag offiziell, dass er kandidieren will.
Merkel - damals Parteivorsitzende - hatte Merz 2002 von der Spitze der Unionsfraktion verdrängt. Das hat bei Merz offensichtlich tiefe Spuren hinterlassen. Der Finanzexperte und Wertekonservative steht für eine Debatte über eine deutsche Leitkultur.

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Ihm dürfte - wie auch anderen Vertretern des konservativen Parteiflügels - die Sozialdemokratisierung der CDU unter Merkel bitter aufgestoßen sein. Merz zog sich nach der Niederlage gegen Merkel aus dem Bundestag zurück und ist seither als Rechtsanwalt tätig. In Erinnerung ist sein Steuerkonzept geblieben, das mit drei Stufen auf einem Bierdeckel erklärbar sein sollte.

Friedrich Merz
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ANNEGRET KRAMP-KARRENBAUER

Auch die Kandidatur der CDU-Generalsekretärin wurde schon am Montagmittag bekannt. Der 56-Jährigen geben viele in der Partei die besten Chancen, Merkel zumindest als Parteichefin zu beerben. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin gilt als Favoritin der Kanzlerin. Kramp-Karrenbauer hatte Merkel beeindruckt, als sie vor der Bundestagswahl 2017 aus fast aussichtsloser Position die Landtagswahl an der Saar mit einem deutlichen Plus noch gewann.

Die verheiratete Mutter von drei erwachsenen Kindern hat sich in den vergangenen Monaten bei einer sogenannten Zuhör-Tour viel Sympathie an der Parteibasis erworben. Zugleich grenzte sie sich mit mehreren Äußerungen auch von Merkel ab - beispielsweise als sie davon sprach, dass die Partei wieder mehr Feuer brauche, wenn sie auch jüngere Menschen ansprechen wolle.

Kramp-Karrenbauer
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JENS SPAHN

Der ehrgeizige Gesundheitsminister aus dem westfälischen Ahaus hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder als konservativer Kritiker der Kanzlerin profiliert. Nun wirft auch er seinen Hut in den Ring. Ihm wird parteiintern angekreidet, dass er mit Äußerungen etwa in der Flüchtlingspolitik zu stark polarisiert habe. Wer als Kandidat die Mehrheit eines Parteitages auf sich vereinen wolle, müsse alle Flügel integrieren, sagen Kritiker.

Nachdem Merkel bei der Bildung ihres vierten Kabinetts an Spahn nicht mehr herumgekommen war, konzentriere sich der 38-Jährige vor allem auf die Sachpolitik - das wird auch von seinen Kritikern anerkannt. Spahn kämpft allerdings auch nach Ansicht von Parteifreunden damit, dass er zwar noch jung, aber kein wirklicher Neuling im Bundestag ist: Er gehört dem Parlament bereits seit 2002 an.

Jens Spahn
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ARMIN LASCHET

Als Vorsitzender des stärksten CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen könnte der Ministerpräsident schon qua Amt einen Anspruch auf den Vorsitz der Bundespartei anmelden - wenn er denn wollte. Der 57-jährige Aachener gilt als loyaler Stellvertreter Merkels in der Bundes-CDU. In einer Stellungnahme am Montagnachmittag hält sich Laschet die Kandidatur um eine Nachfolge von Angela Merkel für den Parteivorsitz offen. Die CDU müsse die Lage zunächst analysieren und danach entscheiden, sagte Laschet.

Armin Laschet
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Sendung: hr-iNFO, 29.10.2018, 16:45 Uhr

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