Wärmepumpe

Wegen der hohen Gaspreise suchen viele Menschen nach günstigeren und nachhaltigeren Heiz-Alternativen. Eine davon könnten Wärmepumpen sein. Wer eine haben will, braucht derzeit jedoch Geduld - und sollte prüfen, ob sich die Investition wirklich lohnt.

Das Haus von Wolfram und Barbara Grüneklee steht an einem Hang in Heppenheim. Auf dem Dach glitzern Fotovoltaik-Module. Wolfram Grüneklee zeigt auf die Wärmepumpe, die neben der Einfahrt steht. Bis März hatte das Ehepaar Grüneklee ihr 20 Jahre altes Haus noch mit Flüssiggas beheizt, aber seitdem ist die Wärmepumpe in Betrieb. Die Idee umzurüsten, hatten die Grüneklees schon im vergangenen Herbst, erzählt Wolfram Grüneklee: "Bei uns war tatsächlich der ökologische Aspekt das Ausschlaggebende. Es ist toll, darüber zu reden, aber man muss auch etwas tun. Wir wollten weg von fossilen Energieträgern."

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Lange Lieferzeiten

Das Ehepaar baute zuerst eine Fußbodenheizung ein und dann wurden die Fotovoltaik-Platten auf dem Dach installiert. Und mit letzteren jetzt eine Wärmepumpe betreiben zu können, sei ein gutes Gefühl, gerade angesichts des Kriegs in der Ukraine, sagt Barbara Grüneklee. "Wir sind von dem Regime in Russland tatsächlich unabhängig und das macht uns viel aus.“

Solche Gedanken haben gerade viele Hausbesitzer, weiß auch der Heppenheimer Heizungsbauer Daniel Kariton, dessen Firma die Wärmepumpe bei den Grüneklees eingebaut hat. Doch während die Nachfrage nach Wärmepumpen steigt, fehlen Fachkräfte und vor allem das Material, erzählt er: "Einfache Komponenten bekommen wir schon, aber die liegen jetzt im Lager, da wir sie nicht verbauen können, weil die eigentliche Komponente Wärmepumpe fehlt. Hier liegen die Lieferzeiten bei einem halben Jahr im Moment.“

Abwägen, ob die Invesition sich lohnt

Dazu kommen steigende Preise für Wärmepumpen, bestätigt auch Karsten McGovern, der die Landesenergieagentur in Hessen leitet. Obwohl er Wärmepumpen als wichtigste Wärmequelle der Zukunft und als entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz sieht, rät er dazu, genau abzuwägen, denn so eine Investition ist nicht für alle eine gute Lösung.

Es gebe zum Beispiel Häuser, die nicht hinreichend gedämmt seien und dann wäre das ganze Verfahren sehr ineffizient und würde sehr teuer für die Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen werden. Wenn das Haus nämlich nicht gut gedämmt sei, brauche man hohe Temperaturen und damit viel Strom, so McGovern. Für ihn ist es deshalb entscheidend, auch ans Energiesparen zu denken, denn dies das sei sofort möglich. Ganz im Gegensatz zur flächendeckenden Umrüstung aller Haushalte auf Wärmepumpen.

Gut für die Umwelt

Auch der Heppenheimer Heizungsbauer Daniel Kariton bittet seine Kunden um Geduld: "Ich rate bei Gesprächen immer, dass wir vorab erst einmal in die Planung gehen, dann alles bestellen und die Ausführung dann im nächsten Jahr machen. Man muss dann in den sauren Apfel beißen und nochmal eine Heizperiode mit Gas oder Öl heizen."

Das Ehepaar Grüneklee ist bisher zufrieden mit ihrer Wärmepumpe. Diese hat insgesamt rund 26.000 Euro gekostet. Der Staat zahlt davon etwa ein Drittel. Eine Investition, die sich lohnen könnte, glauben die Grüneklees. Je nach der Entwicklung der Energiepreise für den Geldbeutel, aber in jeden Fall für die Umwelt.

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Wissenswert: Wärmepumpen

Die Wärmepumpe als Heizung nutzt erneuerbare Energie. Laut dem Bundesverband Wärmepumpe sind allein im ersten Quartal dieses Jahres schon 35 Prozent mehr Wärmepumpen verkauft worden als im Vorjahreszeitraum. Der Einbau dieser zukunftsfähigen Heizung ist im Neubau inzwischen Standard und auch für sehr viele Bestandsgebäude eine zukunftsfähige Lösung. Sie müssen aber einige Bedingungen erfüllen, damit die Wärmepumpe effizient arbeitet:

  • Eine Wärmepumpe eignet sich besonders für Häuser mit gutem Wärmeschutz und einer Flächenheizung z.B. Fußbodenheizung.
  • Eine hohe Jahresarbeitszahl ist wichtig für die Effizienz der Wärmepumpe.
  • Die richtige Planung der Wärmepumpe steigert die Effizienz und macht sie klimafreundlicher.

(Quelle: Verbraucherzentrale, mehr Infos gibt es hier)

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