Ein roter Mond am Himmel.
Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Viele Kulturen deuteten den verdunkelten Mond als schlechtes Omen. Das ist nur einer von vielen Mythen, die sich um den Himmelskörper ranken. Was davon stimmt?

Mythos 1: Bei Vollmond schläft man schlechter

Unklar: "Viele Menschen schlafen tatsächlich bei Vollmond schlechter", bestätigt Professor Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums an der Charité Berlin.

Jedoch ist man sich hier nicht zu 100 Prozent sicher ob es daran liegt, dass unser Melatonin-Stoffwechsel durch das Licht gestört wird oder doch nur am Aberglauben, der uns nicht ruhig schlafen lässt. Melatonin wird bei  Dunkelheit ausgeschüttete und fördert das Einschlafen.

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Der Eindruck, dass man bei Vollmond schlechter schläft, kann auch an einer selektiven Erinnerung liegen: An Schlafprobleme bei Vollmond könne man sich besser erinnern, weil der Vollmond nach der Sonne am hellsten vom Himmel strahlt und deshalb besonders auffällt.

Mythos 2: Der Blutmond ist ein schlechtes Omen

Stimmt nicht: Viele Kulturen deuteten den verdunkelten oder roten Mond als schlechtes Omen. Dieser Aberglaube geht in das vorwissenschaftliche Zeitalter zurück. Man wusste sich das ungewöhnliche Himmelsspektakel damals nicht anders zu erklären. Dass aber eine Mondfinsternis den Tod bringt, wie man etwa beim römischen Kaiser Augustus munkelte, gehört ins Reich der Sage.

Mythos 3: Die Geburtenrate steigt bei Vollmond

Stimmt nicht:  Zwischen Mondphasen und Geburtenrate gibt es keinen Zusammenhang. Das bestätigten mehrere Studien. Forscher der Universität Wien analysierten Daten von über zwei Millionen Kindern, die zwischen 1970 und 1999 in Wien geboren wurden, und fanden keinen Zusammenhang von Mondphasen und Geburtenrate.

Mythos 4: Abnehmen mit den Mondphasen wirkt besser

Stimmt nicht: Einige Menschen meinen, dass bei ihnen eine Mond-Diät hervorragend funktioniert hat. Jedoch gibt es bislang keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass das Abnehmen mit den Mondphasen wirklich besser funktioniert. Das heißt, es ist egal, wann man die Diät beginnt. Wichtig dafür, dass sie funktioniert, ist vor allem: weniger Energie aufnehmen als man verbraucht.

Mythos 5: Pflanzen wachsen besser oder haben einen größeren Ertrag, wenn man sie nach dem Mondkalender sät und erntet

Stimmt: Laut einer Studie des Instituts für Biologisch-Dynamische Forschung in Bad Vilbel haben Mondlicht und die Gravitationskraft einen Einfluss auf das Wachstum bestimmter Pflanzen. Kartoffeln und Roggen sollte man zum Beispiel am besten vor Vollmond pflanzen.

Mythos 6: Die Fruchtbarkeit ist abhängig von den Mondphasen

Stimmt nicht: Genauso wie andere Mythen basiert auch dieser Mythos darauf, dass sich unsere menschlichen Rhythmen zufällig an die des Mondes angepasst haben. So dauert im Schnitt ein Mondphasenzyklus 29,5 Tage und der Menstruationszyklus einer Frau circa 28 Tage.

Dass die Fruchtbarkeit aber abhängig von den Mondphasen ist, ist wissenschaftlich nicht belegt - sonst müssten ja auch alle Frauen parallel fruchtbar sein. Für Tiere hingegen ist der Mond sehr wichtig. Meerestiere wie der Samoa-Palolo pflanzen sich immer nur bei Vollmond fort.

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Zur Wirkung des Mondes auf Menschen

Die Gravitation des Mondes auf uns Menschen ist so gering, dass wir diese Auswirkungen eigentlich nicht wahrnehmen. Die Meere haben eine so große Wassermasse, dass diese bewegt werden können, Seen haben schon eine zu kleine Masse, dass der Gezeiten-Effekt sichtbar wird. Wir Menschen haben also eine viel zu kleine Masse, um direkte Auswirkungen der Gravitationskraft zu spüren. Für Experten: Die Kraft des Mondes auf uns Menschen (circa 100 kg) beträgt 2*10^-4N.

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Sendung: hr-iNFO, 27.07.2018, 16:10 Uhr

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