Auf einem Scrabblespiel liegen die Worte "Salz", "Zucker" und "Fett".
Salz, Zucker und Fett verträgt der Mensch nur in geringen Mengen. Oder? Bild © Imago

Lieber Low-Carb oder Low-Fat? Und ist Pute gesünder als Schweinefleisch? Zum Thema Ernährung gibt es viele Theorien und Mythen. hr-iNFO gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft.

Wenig Fett oder wenig Kohlenhydrate?

Dass viel Fett automatisch dick und krank macht, gilt als überholt. Zumindest solange man insgesamt nicht mehr isst, als man auch verbraucht. Genauso wenig sind Kohlehydrate grundsätzlich gut oder böse. Ob es jemandem mit Low-Carb- oder Low-Fat-Ernährung besser geht, könnte Geschmackssache oder Veranlagung sein.

Daran wird noch geforscht. Wichtig ist es wahrscheinlich, die richtigen Fette zu essen, zum Beispiel ausreichend Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren, und die richtigen Kohlehydrate, etwa mehr Gemüse und Vollkorn mit Ballaststoffen statt Weißmehl oder Zucker.

Gemüse und Obst

Frisches Gemüse und Obst sind ziemlich sicher gesund. In zahlreichen Studien starben die Menschen, die viel davon gegessen hatten, weniger häufig an ernährungsbedingten Krankheiten. Zu Gemüse zählen dabei auch Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen. Der größere Teil der Tagesration sollte Gemüse sein, weil Obst viel Fruchtzucker enthält.

Fleisch oder kein Fleisch?

Wer viel starkverarbeitetes, zum Beispiel gepökeltes Fleisch oder Wurst isst, hat möglicherweise ein größeres Krankheitsrisiko. Geflügelfleisch ist wohl gesünder als rotes Fleisch, also Rind, Schwein oder Lamm. Ob es insgesamt gesünder ist, gar kein Fleisch zu essen oder nur wenig, ist aber nicht wissenschaftlich erwiesen.

Milch und Eier

Eier galten lange Zeit als Mitverursacher eines hohen Cholesterinspiegels. Das ist mittlerweile überholt. Cholesterin in der Nahrung erhöht zwar den Cholesterinspiegel, aber nicht sehr stark und nicht bei jedem gleich. Für gesunde Menschen sind Lebensmittel mit Cholesterin daher kein Problem. Milch und Milchprodukte liefern zum Beispiel Kalzium und Vitamin D.

Für schädliche Auswirkungen von Milch, Joghurt und Käse in den empfohlenen Mengen gibt es bisher keine stichhaltigen Belege. Studien weisen eher auf leicht positive Effekte hin. Man kann seinen Kalziumbedarf zwar auch über pflanzliche Lebensmittel decken, muss dann aber mehr darauf achten, was man isst oder trinkt, zum Beispiel Gemüse wie Grünkohl oder Brokkoli, Nüsse und kalziumreiche Mineralwässer.

Salz

Zu viel Salz gilt als Risikofaktor für erhöhten Blutdruck und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Fünf bis sechs Gramm am Tag gelten als Obergrenze. Allerdings reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf Salz.

Zucker und Süßstoffe

Zu viel Zucker ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ungesund. Das gilt auch für Rohrzucker, Honig oder Kokoksblütenzucker. Die mögen ein paar Mineralstoffe mehr enthalten, das macht sie aber nur unwesentlich gesünder. Süßstoffe gelten in den üblichen Mengen als unbedenklich. Gerade zu neueren Süßstoffen gibt es aber nur wenige wissenschaftliche Untersuchungen.

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Sendung: hr-iNFO, 2.1.2019, 16:30 Uhr

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