Eintracht-Präsident Peter Fischer auf dem Römer-Balkon
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Eintracht Frankfurt begeistert eine ganze Region und ist drauf und dran, ganz Deutschland zu erobern. Das liegt nicht nur an den spielerischen Qualitäten, sondern auch an diesem Mann: Eintracht-Unikat und Präsident Peter Fischer.

Peter Fischer privat? Gibt’s nicht. Er ist Eintracht. Tag und Nacht. Vor allem nachts. Seine Zeit. Auf seinen Streifzügen durch die Frankfurter Gastronomie fragt keiner, wie es ihm geht. Die Frage lautet stets: 'Wie geht’s der Eintracht?' Sein Thema. Seit er denken kann. Als Präsident seit bald 20 Jahren. Sie lieben ihn. Allein schon wegen seiner Sprüche und Emotionen.

Peter Fischers großes Ziel: Baku. Da steigt das Finale der Europa League. Da will er gewinnen. Er ist immer Optimist. Manchmal der einzige. Stellt sich im letzten Jahr in Berlin auf eine Bühne und sagt, er habe heute ein gutes Gefühl. Wir werden das packen. Wir werden Pokalsieger. Ein Fantast. Wo doch jeder, der's hörte, darüber nachdachte, ob die Bayern mit 5:0 oder 6:0 die Eintracht aus dem Stadion fegen würden. Wie wir heute wissen: Fischer behielt recht.

Thema Pyrotechnik

Jetzt ist er sogar mit seiner Mannschaft in der Europa League angekommen. Und da geht mancher Spruch auch mal daneben: "Das Stadion muss brennen. Und wenn ich sage, dass das Stadion morgen brennt, dann brennt das morgen. Und zwar so, dass ihr kaputtgeht, weil ihr viel zu viel Licht habt, und deshalb wird das Spiel vielleicht ein bisschen neblig für euch".

Er mochte es lustig gefunden haben, da war er aber ziemlich alleine. Die Polizei, allen voran der Landesinnenminister, sah darin sowas wie einen Aufruf zur Gewalt. Und Gewalt fängt in den Augen der Sicherheitsbehörden beim Abbrennen von Pyrotechnik an.

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Ein Geburtstagsgeschenk für Fischer?

Passend zu Peter Fischers 63. Geburtstag spielt seine Eintracht am 14.3. im Achtelfinalrückspiel der Europa League gegen Inter Mailand. Der Einzug ins Viertelfinale wäre für den SGE-Präsidenten ein perfektes Geburtstagsgeschenk.

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Fischers Aussagen - eher unmissverständlich. Aber man weiß im Verein, was man an ihm hat - obwohl er 'nur' Präsident ist und damit Chef der Amateurabteilungen. Fischer hat mit dem Profi-Fußball lediglich durch seinen Sitz als Vereinsvertreter im Aufsichtsrat zu tun. Einer der 'richtigen' Chefs, wie die graue Eminenz der Eintracht Wolfgang Steubing, will dann auch entsprechend beschwichtigen: Ach naja, der Peter, ihr kennt ihn doch … "Er war angeheizt von der Stimmung. Er ist ja auch ein sehr emotionaler Präsident und wollte darstellen, dass es eine Stimmung ist, wie sie noch nie da war", so Steubing.

Bindeglied zur Fanszene

Peter Fischer mundtot zu machen geht sowieso nicht, will auch keiner, wäre auch schade. Denn Fußball, das ist große Emotion, und die wiederum hat in Peter Fischer das Sprachrohr. Völlig fertig kam er aus der Premiere des Kino-Films zum Pokalsieg der Eintracht. "Ich hätte nie gedacht, dass da die Tränen so laufen", sagte er. "Dass mich das so mitnimmt. Und ich habe heute festgestellt, Sex wird total überbewertet."

Aber Peter Fischer ist nicht nur Sprüche. Er ist das Bindeglied der Eintracht zur Hardcore-Fanszene, zu den sogenannten Ultras. Er ist einer der wenigen, dem sie zuhören, den sie schätzen. Und: Der Verein Eintracht Frankfurt ist unter seiner Regie enorm erfolgreich. Er hat mehr Mitglieder als ins Stadion passen - seit neuestem 70.000. Unter Fischer hat sich die Zahl verzehnfacht. Das ist unter anderem sein Werk. Das muss man Peter Fischer lassen, aber das will ihm auch keiner nehmen.

Sendung: hr-iNFO, 14.3.2019, 17.10 Uhr

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