Merkel

Nach Angela Merkels erneutem Zitteranfall, sorgen sich viele um die Gesundheit der Kanzlerin. In der Vergangenheit gab es immer wieder Rücktritte von Politikern aus gesundheitlichen Gründen. Nicht selten waren das jedoch vorgeschobene Gründe, um sich elegant aus einem Amt zurückzuziehen. Doch manchmal stecken echte Krankheiten dahinter.

Matthias Platzeck

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Der langjährige Ministerpräsident von Brandenburg war von November 2005 an auch Bundesvorsitzender der SPD. Das allerdings nur sehr kurz, denn schon im April des folgenden Jahres trat er von diesem Posten zurück. Neben diversen nicht so schweren Erkrankungen war ein leichter Schlaganfall letztendlich Auslöser für seinen Rücktritt. Ein paar Jahre später trat Platzeck auch vom Amt des brandenburgischen Ministerpräsidenten zurück.

Kurt Beck

Große Probleme mit der Bauchspecheldrüse - das war die Begründung von Kurt Beck, zu der Zeit Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, für seinen Rücktritt von diesem Amt. Allerdings hatte er diesen Rücktritt wenige Monate zuvor angekündigt und auch eine Nachfolgerin vorgeschlagen: Malu Dreyer, die selbst unter MS leidet. Sie übernahm im Januar 2013 dessen Amt. Auch Kurt Beck war kurze Zeit Bundesvorsitzender der SPD; seiner Gesundheit hat es, wie er es später einmal formulierte, nicht gerade gutgetan.

Erwin Sellering

Im Sommer 2017 trat Erwin Sellering vom Amt des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern zurück - und zwar wegen einer Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung. Seine Nachfolgerin wurde Manuela Schwesig. Erwin Sellering zog sich zunächst aus dem öffentlichen Leben zurück und kämpfte gegen seine Krankheit. Offenbar erfolgreich: Kürzlich kehrte er in den Landtag zurück und will sich künftig wieder verstärkt diversen Aufgaben widmen. Ein Amt strebe er aber nicht mehr an.

Peter Tauber

Der ehemalige CDU-Generalsekretär hatte mit einer heftigen entzündlichen Darmerkrankung zu kämpfen. Nach eigener Aussage war sein Gesundheitszustand äußerst kritisch. Tauber, der aus Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis stammt, musste sich mehreren schweren Operationen unterziehen und legte sein Amt Anfang 2018 nieder. Inzwischen geht es ihm wieder relativ gut. Derzeit ist er Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium.

Sahra Wagenknecht

Die Politikerin der Linken hatte Anfang des Jahres angekündigt, im Herbst nicht wieder für den Posten der Co-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag kandidieren zu wollen. Auch aus der Bewegung 'Aufstehen' hatte sie sich zurückgezogen. Das Alles aus gesundheitlichen Gründen, die sie aber nicht näher thematisierte. Allerdings war in dem Zusammenhang des öfteren von Stress und Überarbeitung zu hören und zu lesen. Ganz aus der Luft gegriffen waren und sind diese Spekulationen wohl nicht.

Papst Benedikt XVI

Auch Päpste sind im weitesten Sinne Politiker. Zum Beispiel schon deshalb, weil sie Staatsoberhäupter des Vatikans sind. Normalerweise sind Päpste bis zu ihrem Tod im Amt, der Deutsche Joseph Ratzinger jedoch erklärte im Februar 2013 seinen Rücktritt und Amtsverzicht. Das gab es noch nie. Der Grund: Er werde immer schwächer, sagte Benedikt XVI. Seine Gesundheit lasse die weitere Amtsausübung nicht mehr zu. Interne, innerkirchliche Querelen kamen noch hinzu, doch die Gesundheit war wohl tatsächlich einer der Gründe für den Rücktritt. Heute lebt der 92 Jährige zurückgezogen im Vatikan.

Sendung: hr-iNFO, 27.6.19, 16:10 Uhr

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