Fraport Halbjahresbilanz

Bei Fraport laufen die Geschäfte gut: Im vergangenen Jahr konnte der Frankfurter Flughafenbetreiber seinen Gewinn um über 40 Prozent steigern, fast 70 Millionen Fluggäste nutzten Deutschlands größten Flughafen. Ein Grund zur Freude? Unsere Autoren sind geteilter Ansicht.

Pro: Flugfreude sichert Zehntausende Arbeitsplätze

Von Daniel Bauer

Ob man es jetzt gut findet oder nicht: Immer mehr Menschen verreisen gerne mit dem Flugzeug. Und mit Fraport profitiert davon ein regionales Unternehmen. Mich freuen die guten Zahlen, die der Flughafenbetreiber heute vorgelegt hat. Die ungebrochene Flugfreude der Deutschen sichert immerhin Zehntausende Arbeitsplätze in der Region. Und von der steigenden Dividende profitieren die größten Aktionäre – also das Land Hessen und die Stadt Frankfurt.

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Fraport steigert Gewinn um 44 Prozent

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat seinen Gewinn um 44 Prozent auf 474 Millionen Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebitda) legte um 12,5 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro zu.

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Dass die Börse heute trotzdem eher skeptisch reagiert hat, ist dabei sogar ein gutes Zeichen. Wachstum um jeden Preis kann sich auch ein Frankfurter Flughafen nicht leisten. Erst mal müssen die Probleme des Wachstums bewältigt werden, zum Beispiel bei den notorisch langsamen Sicherheitskontrollen. Fraport Chef Stefan Schulte hat recht, wenn er den Fokus jetzt erst mal auf die Servicequalität legt. Wachstum mit Augenmaß ist für den Flughafen das richtige Konzept.

Contra: Flughafen und Region wirken überfordert

Von Vanessa Rennert

Mir wird das zu viel mit dem Wachstum am Frankfurter Flughafen. Auf mich wirken der Flughafen und die Region zunehmend überfordert. Bei der Sicherheitskontrolle fehlt das Personal, so dass Fluggäste zu manchen Zeiten schon reihenweise ihre Flieger verpassen. Was nützen die tollsten und schnellsten Verbindungen in alle Welt, wenn man dann lange auf die S-Bahn warten muss?

Und dann natürlich der Fluglärm: Dass im Rhein-Main-Gebiet Wohnraum fehlt oder zu teuer geworden ist, liegt auch am Flughafen, denn wer will schon gerne in der Einflugschneise wohnen? Ich würde es daher begrüßen, wenn künftig weniger Fluggäste den Frankfurter Flughafen nutzen. Früher war es etwas besonderes, mittlerweile ist die Flugreise schon zum Standard geworden. Ich überlege mir das in letzter Zeit jedenfalls mehr und mehr vorher, ob ich wirklich wieder wegfliegen muss in den Urlaub.

Sendung: hr-iNFO, 19.3.2019, 15:30 Uhr

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