Armin Laschet gibt im Anschluss an die Sitzung des CDU-Präsidiums eine Pressekonferenz

Seit diesem Wochenende ist klar: Sowohl Laschet als auch Söder wollen die Kanzlerkandidatur. Das CDU-Präsidium stellt sich mit breiter Mehrheit hinter den CDU-Parteichef, in Umfragen liegt er jedoch hinter seinem Konkurrenten aus Bayern. Was spricht für, was gegen Armin Laschet als Kanzlerkandidat? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Über das Kommentarfeld am Ende des Artikels können Sie uns Ihre Meinung schreiben!

Pro: Integrieren statt polarisieren

Von Uwe Lueb

Markus Söder ist gerade Umfragekönig. Aber Armin Laschet ist Aufholkönig. Und Langstreckenpolitiker. Kaum jemand in der CDU hat so viele Niederlagen wegstecken müssen und am Ende doch gewonnen. Zum Beispiel galt im ein Jahr lang dauernden internen Wahlkampf um die Parteiführung Friedrich Merz lange als wahrscheinlicher Sieger. Am Ende hat sich Laschet durchgesetzt. 2017 lag er mit seiner CDU in Nordrhein-Westfalen in Umfragen lange hinter SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Am Ende hat Laschet die CDU in eine Koalition mit der FDP geführt. Mit nur einer Stimme Mehrheit!

Dafür braucht man Fingerspitzengefühl und Integrationskraft. Das kann Laschet: integrieren. Und das ist auf lange Sicht wichtiger als die Polarisierungskunst Söders. Wer in der CDU auf dessen momentan gute Umfragewerte schielt, muss auch sehen: Eine Absage an Laschet schwächt den frisch gebackenen Vorsitzenden. Die CDU stünde vor einer Zerreißprobe - das wäre alles andere als ein Garant für ein gutes Wahlergebnis. Übrigens: Auch einem Helmut Kohl und einer Angela Merkel ist anfangs wenig zugetraut worden.

Contra: Popularität ist wichtig

Von Kilian Pfeffer

Wie populär ist ein Politiker? Das ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Frage, wer Kanzlerkandidat werden sollte. Da spricht viel, um nicht zu sagen fast alles gegen Armin Laschet. Nach einer aktuellen Umfrage hält ihn nur jeder vierte Befragte in Nordrhein-Westfalen für einen guten Kanzlerkandidaten. Also dort, wo Laschet Ministerpräsident ist. Wo er täglich zeigen könnte, was er kann. Das ist nicht nur kein Rückendwind, das ist heftiger Gegenwind bei der Kanzlerkandidatenkür.

Das hat auch damit zu tun, dass seine eigene Partei ihn nicht so stark gemacht hat, wie sie das hätte tun können. Vorschlag Brückenlockdown? Wenig Unterstützung zu hören. Die Kanzlerin findet erst eine Woche später, das sei eine gute Idee. Söder steht deutlich besser da. Auch in Nordrhein-Westfalen. Jeder zweite hält ihn hier für einen guten Kanzlerkandidaten. Söder kann sich verkaufen. Mit Sprache umgehen. Er präsentiert sich als markiger Macher. Image ist alles. Wenn die Union gewinnen will, sollte sie sich für Söder entscheiden.

Weitere Informationen

Die Kommentare spiegeln die Meinung der Autoren und nicht die der Redaktion wider.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 12.4.2021, 15 bis 18 Uhr

Ihre Kommentare Ist Laschet der richtige Kanzlerkandidat für die Union?

* Pflichtfeld

29 Kommentare

  • Ich finde es traurig, das die CDU nicht erkannt hat wer der besser Kanzler für unser Land ist!
    Ich wähle seit 35 Jahren die CDU und war in der Jungen Union .Werde das dieses Jahr nicht machen

  • Das war es dann für die CDU. Wer die breite Basis ignoriert, kann kein Volk leiten...

  • Der Laschet kan in Karnewall sich presentieren aber nicht bei der Politik. Markus Söder war weit vorne aber da kann mann sehen wie es in der Politik betrogen und manipuliert wird.
    Das gleich spiel war bei der von Leien der Heer Weber war weit vor der gnädiger Frau aber wie es so ist hat irgend ein a.... entschieden gegen Weber und füf das Weib, die nichts auf die reihe bringt. Schade das man solche Leute noch in Himmel hebt so wie jetzt die Witztfigur Laschet.
    Das ist meine meinung und Wählen gehe ich auch NIE MEHR !!!!

Alle Kommentare laden
Jetzt im Programm