Demonstrationsschild mit der Aufschrift Save our Planet - rettet unseren Planeten

Der Klimawandel ist eines der zentralen Themen der Zeit. Das haben inzwischen auch fast alle Parteien erkannt. Was sind ihre Ideen für den Klimaschutz? Ein Überblick.

Klimaschutz hat viele Facetten. Wir haben uns vier zentrale Aspekte herausgesucht und uns angeschaut, was die Parteien dazu in ihren Wahlprogrammen sagen.

CO2-Preis

Union und SPD haben ihn eingeführt. Er soll klimaschädliche Technik teurer machen, zum Beispiel Autofahren mit Benzin oder Heizen mit Öl und Gas. Durch den CO2-Preis kostet zum Beispiel der Liter Benzin seit Jahresbeginn circa acht Cent mehr. Die höheren Kosten sollen die Menschen motivieren umzusteigen auf klimafreundliche Alternativen – auf E-Autos zum Beispiel.

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Zum Artikel Das Hochwasser und die Folgen - bestimmt das Klima den Wahlkampf?

Einsatzkräfte der Bundeswehr bauen eine Behelfsbrücke über die Ahr im Weinort Rech im Landkreis Ahrweiler. Dort hatte in der Nacht zum 15. Juli das Hochwasser schwere Schäden angerichtet und Brücken weggerissen.  (dpa)
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Der CO2-Preis soll Schritt für Schritt steigen in den kommenden Jahren, wenn es nach den Grünen geht, noch schneller als bisher geplant. Auch aus den wolkigen Worten des CDU-Programms lässt sich das herauslesen. Die SPD findet einen stärkeren Preisanstieg unsozial, die Linke ist beim CO2-Preis generell skeptisch. Die FDP dagegen sieht darin das zentrale Instrument für Klimaschutz – nur: Nicht der Staat soll den Preis festlegen, finden die Liberalen, sondern der Markt.

Die AfD ist ganz grundsätzlich gegen Klimapolitik, weil sie bezweifelt, dass der Mensch überhaupt Einfluss auf das Klima hat. Die überwältigende Mehrheit der Fachleute sieht das anders.

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Serie: Ein Blick in die Wahlprogramme

Was versprechen die Parteien in ihren Wahlprogrammen in Sachen Klima, Wohnen, Finanzen, Pflege, Digitalisierung und Mobilität? In unserer Serie liefern wir einen Überblick.

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Sozialer Ausgleich

Viele Parteien wollen klimaschädliches Verhalten teurer machen, aber es soll nicht die Falschen treffen. Das sagen SPD, Grüne und Linke. Sie fordern, dass die höheren Heizkosten durch den CO2-Preis nicht Mieter zahlen müssen, sondern Vermieter. Die Union hat dazu im Wahlprogramm keine offizielle Position. Aber einen Kompromiss, nach dem sich Mieter und Vermieter die CO2-Kosten Hälfte-Hälfte teilen sollten, hat die Union im Bundestag in letzter Minute verhindert.

Alle Parteien wollen Verbraucher bei den Energiekosten entlasten. Strom soll billiger werden. FDP und Grüne wollen außerdem die Einnahmen aus dem CO2-Preis mit einer Art Klima-Scheck an die Bürger zurückzahlen. Wer sich klimafreundlich verhält, der könnte dann unterm Strich trotz CO2-Preis sogar mehr Geld in der Tasche haben.

Erneuerbare Energie

Schnell mehr Windräder und Photovoltaik-Anlagen - das wollen außer der AfD alle. Die Linken setzen unter anderem auf eine Solarzellen-Pflicht für Neubauten. Die Grünen auch, aber sie wollen erstmal kleiner anfangen, mit Rathäusern und Schulen zum Beispiel. 

Einen bundesweiten Mindestabstand von neuen Windrädern zu Häusern lehnen die Grünen ab. Die AfD ist dafür. In den Programmen der anderen Parteien findet sich dazu nichts. Die Union hatte sich in der aktuellen Regierung aber für einen Mindestabstand stark gemacht.

Mehr Strom aus Sonne und Wind ist das eine, weniger Strom aus klimaschädlichen Quellen das andere. Union und SPD haben den Kohleausstieg für 2038 beschlossen. Grüne und Linke wollen den Ausstieg vorziehen - um acht Jahre auf 2030.

Pariser Klimaziel

Die Erderwärmung begrenzen auf deutlich unter zwei Grad, möglichst unter 1,5: Das steht als Ziel im Pariser Klimaabkommen. Auch Deutschland hat das unterschrieben. Und bei fast allen deutschen Parteien steht das 1,5 Grad-Ziel auch explizit im Wahlprogramm. Aber reichen ihre Maßnahmen dafür aus? Klima-Ökonomin Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung meint, dass nur Linke und Grüne das Ziel schaffen könnten, wenn sie ihre Programme wirklich umsetzen.

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