Eine "Fridays for Future"-Demo
Seit Monaten gehen viele Schüler immer freitags für den Klimaschutz demonstrieren. Bild © picture-alliance/dpa

Bei der Klimaprotestbewegung "Fridays for Future" schwenken schon Zwölfährige Fahnen. Beim "Women's March" marschieren zahlreiche junge Frauen in der ersten Reihe. hr-iNFO hat nachgefragt, wie politisch die junge Generation eigentlich ist - und ob die Parteien sie noch erreichen.

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Eine Schülerdemo in Berlin, auf einem Plakat steht "Warum lernen ohne Zukunft"

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Die 16-Jährige Schwedin Greta Thunberg, der YouTuber "Rezo" oder zuletzt die Kapitänin Carola Rackete: Das sind nur drei Beispiele von Persönlichkeiten, die tausende junge Menschen mobilisiert und begeistert haben.

Die Figuren müssten "natürlich auch den Nerv der Zeit treffen oder den Nerv des Teils einer Generation treffen", erklärt Dieter Rucht, emeritierter Soziologieprofessor vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung. "Sie müssen das verkörpern oder aussprechen, was andere bereits denken und fühlen. Und in dem Maße, wie das zur Übereinstimmung kommt, werden diese Figuren dann auch stark herausgehoben", sagt er.

Eher spontan als organisiert

Obwohl viele politische Parteien in den letzten Jahren wieder neue Mitglieder hinzugewinnen konnten - klassische Parteistrukturen scheinen bei den Jungen weiterhin unbeliebt (mehr dazu in unserer Serie "Die Bundestagsparteien und ihre Jugend"). Die Eintrittszahlen der Parteien sind laut Rucht im Schnitt seit Jahrzehnten rückläufig. Das liege auch daran, dass die Parteien zu hierarchisch organisiert sind, mit wenig Platz für Spontaneität und Selbstentfaltung.

Junge Menschen engagieren sich lieber anders: "Es gibt oft spontane Zusammenschlüsse oder Auftritte von jungen Leuten, die kurzfristig über WhatsApp oder andere Medien verabredet werden", so Rucht. Organisierter Protest fände zwar auch statt. Statt in Parteien ziehe es die Jugend dafür aber eher in spezielle Gruppen, Verbände oder Bürgerinitiativen. "Aber es ist nicht so, dass all diese genannten Gruppierungen sich über riesigen Zulauf freuen."

"Das Engagement wird überschätzt"

Die jüngere Generation sei heute weder politikverdrossener als früher, noch so politisch wie lange nicht mehr, sagt Rucht. "Sie sind zeitlich früher an Politik interessiert und sie sind offensiver geworden.

Aber das Engagement von diesen Jugendlichen wird überschätzt." Das, was wir auf den Straßen beobachteten, sei nur eine Minderheit. Eine große Masse junger Leute stehe abseits und sei eher Zuschauer als politisch aktiv.

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Die Bundestagsparteien und ihre Jugend

Die großen Parteien erreichen junge Menschen nicht mehr, heißt es immer wieder - obwohl alle von ihnen Jugendorganisationen haben. Doch wie stark werden sie gehört? Wie nah sind sie dran an der Jugend? Gibt es genug Nachwuchs? Unsere Reporter haben sich bei den Jugendorganisationen der im Bundestag vertretenen Parteien umgehört:

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Grüne Jugend

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Fahne mit dem Logo der Grünen

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Jusos

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SPD Fahne

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Junge Alternative für Deutschland

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Parteilogo AfD

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Junge Liberale

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FDP Fähnchen

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Linksjugend

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Szene auf einem Parteitag der hessischen Linken

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Junge Union

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Die Logos der Parteien von CDU und CSU

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 5.8.2019, 6 bis 9 Uhr

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