Ein Mann sitzt auf einem Liegestuhl unter schattenspendenden Bäumen in einem Frankfurter Park.
Nur eine kurzfristige Lösung gegen Hitze: raus aus der Sonne. Bild © picture-alliance/dpa

Hessen ist heiß, Frankfurt ist heißer: Die Hitze staut sich in der Stadt. Von den grünen Stadträndern bis in die dicht bebauten Innenstadt-Quartiere kann die Temperatur um fünf bis acht Grad steigen. Klar ist, dass Städte sich langfristig darauf einstellen müssen.

Wird das funktionieren mit der Klimaanpassung? Na klar! Klima-Anpassung ist doch kein Problem. Kurz auf die Fernbedienung der Klimaanlage in die Hand genommen und schon kann ich mein privates Klima auf erträgliche 25 Grad runter regeln.

Klimaanlagen nur, wenn es sein muss

Aber: Das ist leider keine zukunftsfähige Lösung für die Stadt. "Weil eben die Klimaanlagen zwei Effekte haben: Sie verbrauchen einerseits Strom – und zwar viel davon – und sie tauschen Wärme. Das, was sie an Kälte im Innenraum produzieren, blasen sie als zusätzliche Hitzequelle in die ohnehin schon aufgeheizte städtische Atmosphäre, was diesen Effekt der Aufheizung noch mal zusätzlich verstärkt", sagt Hans-Georg Dannert vom Frankfurter Umweltamt.

Weitere Informationen

Wozu ist der Arbeitgeber verpflichtet bei Hitze?

Die Hundstage bringen Rekordhitze nach Hessen. Das macht sich vielerorts auch am Arbeitsplatz bemerkbar. Der Arbeitgeber muss ab einer gewissen Temperatur einschreiten und für Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter sorgen. Ein Überblick. [mehr]

Ende der weiteren Informationen

Klimaanlagen sollten also nur dort eingesetzt werden, wo es unbedingt sein muss: in Krankenhäusern, Altenheimen und da, wo die technische Infrastruktur gekühlt werden muss. Für Wohngebäude soll eine gute Isolierung reichen. Mit intelligenter Lüftung kann die Kühle der Nacht in den Wohnungen gehalten werden. Vorausgesetzt es kühlt ab. Vor allem in dicht bebauten Gründerzeitvierteln ist das oft nicht der Fall.

Mehr Grün soll Abhilfe schaffen

Da soll die Begrünung der Stadt helfen, so Dannert. Versiegelte Flächen müssen aufgebrochen werden, Dächer und Fassaden begrünt, mehr Bäume, Büsche und Wiesen gepflanzt. Das werden auch andere Pflanzen sein als heute. Stadtbäume  die Platane leiden zu sehr unter dem Trockenstress. "Die Verschattung hilft, dass die Sonne  nicht tagsüber brutal einstrahlt und diese Hitze sich dann nachts wieder wie ein Teppich in der Wärmeinsel Frankfurt ausbreitet", erklärt Dannert.

Allerdings können ausgetrocknete Grünflächen nicht für Abkühlung sorgen. Die grüne Stadt von Morgen braucht also viel Wasser. In Frankfurt dürfte das laut Dannert kein großes Problem sein: "Wir haben nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Im Winter haben wir wesentlich mehr Wasser in Zukunft, im Sommer viel, viel weniger Wasser – da wird man gezielt bewässern müssen."

Die Trinkbrunnen kommen

Dafür müssen Stadt und Bewohner das Wasser aus den regenreichen Wochen in großen Zisternen oder in Regentonnen im Hinterhof sammeln. Auch das Gießen mit Trinkwasser wird kein Tabu mehr sein. Apropos Trinkwasser: Frankfurt wird wieder mehr Trinkbrunnen bekommen. Es ist der städtische Beitrag zur medizinischen Notwendigkeit, bei der dauerhaften Hitze reichlich zu trinken.

Bei der so dringend benötigten Ausweisung neuer Baugebiete wird die Stadt zudem sehr genau darauf achten müssen, dass Frischluftschneisen nicht blockiert werden.   Sonst könnte die zunehmende Hitze noch einen ganz anderen Effekt haben: Aktuell so beliebte Innenstadtquartiere wie das Nordend werden unattraktiv, weil sie zu heiß sind. Die Menschen ziehen an den Stadtrand, vielleicht dahin, wo der Wetterau-Wind nachts für Abkühlung sorgt.

Sendung: hr-iNFO. 27.07.2018, 7 Uhr

Jetzt im Programm