Anti-Doping-Razzia

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat im Skandal um manipulierte Daten eine Vierjahressperre gegen Russland verhängt. Das Land darf damit nicht an den Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilnehmen. Wie es dazu kam, lesen Sie in unserer Chronologie.

3. Dezember 2014: Erste Belege

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Zum Artikel Kommentar zur Wada-Entscheidung: "Zu viele offene Fragen"

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Die ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht" liefert erste Belege für staatlich unterstütztes Doping. Mit Hilfe von Whistleblowern  und versteckten Kameras wurden brisante Details bekannt. Aufzeichnungen belegen die Verstrickungen eines Cheftrainers der russischen Leichtathleten und eines führenden Sportmediziners in die Vertuschung positiver Dopingproben.

10. November 2015: Vorläufige Suspendierung

Der Leichtathletik-Weltverband suspendiert den russischen Verband vorläufig. Die russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) wird wegen des Verdachts der Mithilfe von großangelegtem Doping aus dem Weltverband ausgeschlossen.

12. Mai 2016: Ein Insider packt aus

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Zum Artikel Betty Heidler: "Es ist ein Zeichen, dass etwas gegen Doping getan wird"

Betty Heidler
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Der frühere Leiter des Moskauer Doping-Labors, Grigori Rodtschenkow, behauptet in der New York Times, es habe bei Olympia 2014 ein staatlich gestütztes Doping-System gegeben. Rodtschenkow beschreibt zum Beispiel die logistischen Probleme, literweise sauberen Urin nach Sotschi zu transportieren, die die Athleten zuvor abgegeben hatten. Der Urin sei in einem vom russischen Inlandsgeheimdienst kontrollierten Haus nahe des Anti-Doping-Labors gelagert worden. Nach seinen Aussagen lebt Rodtschenkow an einem geheimen Ort in den USA unter dem Schutz des FBI.

9. Dezember 2016: WADA erhebt schwere Anschuldigungen

Der von der Welt-Anti-Doping Agentur (WADA) eingesetze Richard McLaren stellt seinen Abschlussbericht vor und erhebt schwere Anschuldigungen: Seinen Ermittlungen zufolge haben zwischen 2011 und 2015 mehr als 1000 russische Athleten in 30 Sportarten von einem staatlich gelenkten Dopingsystem profitiert. Auch eine Beteiligung des russischen Inland-Geheimdienstes wird im McLaren-Report nachgewiesen.

5. Dezember 2017: Ausschluss von Olympischen Winterspielen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) schließt Russland von den Winterspielen in Pyeongchang aus. Einige russische Athleten dürfen allerdings unter neutraler Flagge an den Start gehen. Gleichzeitig hat das IOC das Nationale Olympische Komitee Russlands wegen des Dopingskandals von den Winterspielen ausgeschlossen. Auch der ehemalige Sportminister Witali Mutko wird lebenslang für Olympische Spiele gesperrt.

9.  Dezember 2019: Sperrung für vier Jahre

Die WADA sperrt Russland für vier Jahre. Darunter fallen die Olympischen Spiele 2020 und 2022. Russische Sportler können unter bestimmten Bedingungen als "neutrale Athleten" teilnehmen. Russland hat nun drei Wochen, um Einspruch einzulegen. RUSADA-Chef Juri Ganus sagte in einem ersten Statement, er sehe keine Erfolgschancen bei einem Einspruch.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 09.12.19, 15-18 Uhr

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