Jugendliche sitzen mit FFP2-Maske bei einer Abitur-Klausur in der Schule

Wechselunterricht, Fenster auf, Maske auch: Für Hessens Schülerinnen und Schüler geht am Freitag ein anstrengendes Jahr zu Ende. hr-iNFO hat mit einigen gesprochen – und nach ihren Hoffnungen für das neue Schuljahr gefragt.

"Für mich war das Schuljahr eines der anstrengendsten, die ich je hatte", sagt Annika. "Ich bin jetzt auch echt froh, dass es endlich vorbei ist und ich nächstes Jahr mit der Oberstufe neu anfangen kann und das Ganze so ein bisschen resetten kann."

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Annika freut sich darauf, dass sie alle ihre Freunde wiedersehen kann. Unter dem Distanzunterricht hat die 17 Jahre alte Schülerin des Justus-Liebig-Gymnasiums in Darmstadt sehr gelitten. Online zu lernen und sich alles quasi alleine zu erarbeiten, fand sie schwierig. Auch weil viele Lehrer oft nicht greifbar waren. Immerhin etwas habe die Pandemie allerdings gebracht: Sich selber zu organisieren, das könne sie jetzt.

Die Stärken und Schwächen besser kennenlernen

Auch Soumia hat diese Erfahrung gemacht. "Du musstest Dir die Dinge selbst beibringen und das war so anstrengend", sagt die 15-Jährige aus Frankfurt. Etwas Gutes kann Soumia der Sache aber auch abgewinnen: "Das war aber auch irgendwie das Beste, weil man hat halt gesehen: Ich bin ja eigentlich gar nicht so dumm, wie ich immer denke. Ich kann das eigentlich."

Im nächsten Jahr macht Soumia ihren Hauptschulabschluss. Sie wisse jetzt viel besser, was ihre Schwächen sind, aber eben auch ihre Stärken. Für das neue Schuljahr hofft Soumia, dass alle wieder ganz normal in die Schule können. So wie vor der Pandemie, ohne Distanz- oder Wechselunterricht.

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hr-Dokuserie: Am Limit?! Jetzt reden WIR!

In der Dokuserie erzählen Schülerinnen und Schüler, wie es ihnen geht: nah, authentisch und emotional. [ardmediathek.de]

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Andere Lösungen finden

Das wünschen sich viele Jugendlichen. So etwa auch die 17-jährige Lea aus Erbach im Odenwald. Sie habe schätzen gelernt, was Schule und vor allen Dingen Lehrerinnen und Lehrer leisten. Viele Jugendliche wüssten jetzt einfach, wie es ist, nicht in die Schule gehen zu dürfen, zu Hause bleiben zu müssen. Dadurch hätte sich für viele die Perspektive verändert.

Leider sei das bei einigen Politikerinnen und Politkern anscheinend anders, sagt Lea mit Blick auf die aktuelle Debatte zum Thema Wechselunterricht nach den Sommerferien. "Wir alle haben sehr große Lernlücken und müssen diese jetzt schnellstmöglich nachholen. Wenn wir das jetzt auch noch alle im Wechselunterricht machen sollen, wird das noch viel schwerer für uns. Ich finde, dafür sollte eine andere Lösung gefunden werden", fordert die 17-Jährige.

Vielleicht eine Lösung, an der die Schülerinnen und Schüler mit beteiligt werden. Denn auch das finden viele problematisch: dass sie in der Pandemie zu wenig gehört und gefragt wurden.

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