Silhouetten einer Familie auf dem Spielplatz

Im nun beschlossenen Konjunkturpaket der Großen Koalition sind auch Familien bedacht worden. 300 Euro gibt es einmalig pro Kind. Aber wie viel davon bleibt wirklich bei den Empfängern hängen?

300 Euro für jedes Kind, genauer: für jedes Kindergeld berechtigtes Kind. Der Kinderbonus geht nicht nur an Familien mit kleinen Kindern zuhause, sondern wird auch bezahlt für Kinder bis 25 Jahre, die noch in der Ausbildung sind, studieren oder einen Minijob haben. Und die 300 Euro gehen an alle Eltern, ganz gleich, wieviel diese verdienen.

Der entscheidende Satz für Menschen, die von Hartz-IV-Leistungen leben, lautet: Die 300 Euro werden nicht auf die Grundsicherung angerechnet, was im Klartext bedeutet, dass sie nicht wie alle anderen zusätzlichen Sozialleistungen abgezogen werden. Die 300 Euro landen also wirklich auf jedem Konto.

Steuerlich wie Kindergeld

Interessant wird es dann erst wieder bei der Steuererklärung. Der jetzige Bonus wird behandelt wie das Kindergeld. Grundsätzlich sagt da der Staat: Ihr bekommt entweder das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag, der bei der Steuererklärung angesetzt wird.

Ganz grob gilt die Rechnung: Wer weniger verdient, hat mehr vom Kindergeld. Denn das Finanzamt rechnet das Kindergeld und den Kinderfreibetrag gegen mit dem sogenannten "Günstigerprinzip".

Wann lohnt sich was?

Ein Ehepaar, das gemeinsam veranlagt wird, hat einen Kinderfreibetrag von 7.812 Euro pro Kind. Dieser Betrag wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Wenn sich am Ende der Rechnung herausstellt, dass die Summe des Kindergelds höher ist als der Steuervorteil durch den Kinderfreibetrag, gewährt das Finanzamt den Eltern das höhere Kindergeld.

Die Einkommensgrenze bei der die Eltern mehr vom Kindergeld haben, liegt ungefähr bei 60.000 Euro Gesamtjahreseinkommen. Bei Alleinerziehenden sind es etwa 30.000 Euro im Jahr.

Gerinverdiener können alles behalten

Viele Geringverdiener oder Eltern im Hartz-IV-Bezug machen erst gar keine Steuererklärung – sie sind bis zu einer gewissen Summe auch nicht dazu verpflichtet – und können somit das Kindergeld und den jetzt beschlossenen Kinderbonus ganz behalten, ohne dass der Kinderfreibetrag gegengerechnet wird.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 04.06.2020, 12-15 Uhr

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