hessenschau-kompakt Video Startbild Zwei Jahre Schwarz-grün
Bild © hr

Fünf Wochen vor der Hessenwahl zeigt sich ein uneinheitliches Stimmungsbild in der Bevölkerung. Schwarz-Grün ist beliebt, bekommt aber aber keine Mehrheit. Und die SPD muss kämpfen. Ein Standpunkt von unserem Landtags-Korrespondenten.

Aus den vielen Zahlen dieses hr-Hessentrends möchte ich ein paar herausnehmen, die mir besonders ins Auge gefallen sind. Zum Einen: Keine Koalition ist bei den Befragten so unpopulär wie eine Große Koalition. Nur 29 Prozent befürworten ein Bündnis von CDU und SPD. Und das ist ja auch kein Wunder, wenn man sich das täglich anschauen muss, was sich in Berlin Regierung nennt. Das ist meines Erachtens schon eine Vorentscheidung darüber, was in Hessen nach dem 28. Oktober wohl kaum passieren wird. Das Argument, letztlich stehe eine Große Koalition für Stabilität, kann man mit Blick auf Berlin jedenfalls nicht bemühen.

Insofern scheidet meiner Meinung nach für die SPD aus, als Junior-Partner in eine Groko zu gehen. Welche Hand würde sich in der Partei dafür noch rühren? Daraus folgt, dass Schäfer-Gümbel alle Register ziehen muss, um seine SPD noch zur stärksten Partei machen zu können. Ziel: die Ampel. Schwierig, schwierig bei dem Gegenwind aus Berlin. Aber der trifft die schwächelnde CDU offenbar genauso hart. Die SPD wird aus der Umfrage saugen, dass Themen wie Bildung oder Wohnen laufen. Jetzt ist Wahlkampf pur gefragt.

Schwarz-Grün beliebteste Koalitionsvariante, aber ohne Mehrheit

Allerdings: auch bei den anderen. Der Hessentrend zeigt auch, dass Schwarz-Grün die Hitliste der Wunsch-Koalitionen klar anführt. Vor fünf Jahren noch schier undenkbar, hat sich dieses Bündnis in Hessen etabliert. CDU und Grüne werden aus der Umfrage herauslesen, dass eine Neuauflage noch drin ist. Heißt halt auch hier: kämpfen. Wenn Schwarz-Grün für etwas steht, dann für Stabilität – in Abgrenzung zu Berlin. Nicht ausgeschlossen, dass das Unentschlossene überzeugt.

Interessant in dem Zusammenhang: Bei den Befragten ist die Sorge am größten, dass die Gesellschaft auseinanderdriftet und dass die Demokratie durch Rechtsextremismus gefährdet wird. Und 80 Prozent fühlen sich in Hessen sicher oder gar sehr sicher. Das müsste Stoff genug sein, um Scharfmachern den Schub zu nehmen, von denen sich so viele derzeit verunsichern lassen.   

Weitere Informationen

Der Kommentar spiegelt die Meinung des Autors und nicht die der Redaktion wieder.

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr-iNFO, 21.09.2018, 12.20 Uhr

Jetzt im Programm