Tausende Menschen sind auf dem Weg Richtung Vereinigte Staaten von Amerika.
Tausende Menschen sind auf dem Weg Richtung Vereinigte Staaten von Amerika. Bild © picture-alliance/dpa

Mehrere tausend Mittelamerikaner wollen Kriminalität, Hunger und Ausweglosigkeit hinter sich lassen. Sie marschieren Richtung US-amerikanischer Grenze. Präsident Donald Trump spricht von einer Invasion.

Dass Menschen aus Mittelamerika in die USA fliehen, oft tausende Kilometer zu Fuß, das ist nichts Neues. Aber die menschliche Karawane, die sich nun auf die USA zubewegt, die hat durchaus neue Dimensionen erreicht. Tausende Menschen sind aus Honduras und Guatemala auf dem Weg über Mexiko zu ihrem Ziel: den Vereinigten Staaten von Amerika. US-Präsident Donald Trump fühlt sich von den Flüchtlingen derart provoziert, dass er schon mit Gewalt gedroht hat und das Militär an die Grenze schickt.

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Von 120 Menschen zu rund 7.000

Am Anfang der Karawane steht ein großes Missverständnis. Es ist der 12. Oktober 2018, etwa 120 Menschen haben sich in  Honduras versammelt, nahe der Grenze zu Guatemala. Ein Fernsehsender interviewt einige der Migranten, die von dort aus in die USA auswandern wollen. Das Gerücht kommt auf, dass prominente Gruppen, darunter ein bekannter ehemaliger Oppositionspolitiker namens Bartolo Fuentes die Migranten mit Geld unterstützen würden. Das sei aber falsch, sagt Fuentes später.

Wohl aufgrund dieser Meldung wächst die Gruppe schnell auf 600 Menschen an. Nachdem sie die Grenze zu Guatemala passiert haben, sind es bereits 3.000. Von dort aus zieht der Strom weiter, wächst an. Von bis zu 7.000 Migranten ist zwischenzeitlich die Rede.

Trump schürt Ängste

Wovor die Menschen fliehen? Kriminalität, Hunger, Ausweglosigkeit. Es ist nicht die erste Karawane, die aus Mittelamerika über Mexiko in die USA zieht. Jedes Jahr um Ostern gibt es kleinere Menschengruppen, die sich aufmachen in ein, wie sie hoffen, besseres Leben.

Der US-Präsident machte die Migranten zu einem zentralen Thema während des Wahlkampfes um die Midterms, die Halbzeitwahlen, die kommende Woche stattfinden. Vor seinen Anhängern sprach er von einer "Invasion", zeichnete ein Bild von Menschen, die zu vielem fähig seien, die keine Engel seien. Man werde sie festnehmen und nicht wieder freilassen, erklärte er.

Gewalt mit Gewalt begegnen

Trump hat zudem seine eigene Verschwörungstheorie: Die Karawane soll seiner Meinung nach vom Milliardär George Soros finanziert werden.  Der Präsident will das Thema Migration vor der Wahl am Dienstag besonders aggressiv angehen. Er will bis zu 15.000 Soldaten an der US-Grenze zu Mexiko stationieren. Sollten die Migranten gewalttätig werden, werde man selbst nicht vor Gewalt zurückschrecken, hieß es. Möglicherweise soll sogar geschossen werden.   

Die vermeintliche Gefahr ist derzeit noch etwa 1.000 Kilometer entfernt von der amerikanisch-mexikanischen Grenze. Die Menschen aus Mittelamerika sind größtenteils zu Fuß unterwegs. Völlig unklar ist, wie viele letztlich in die USA einwandern wollen oder ob sie bereits in Mexiko Asyl beantragen. Etwa 1.700 von ihnen sollen das bereits getan haben.

Sendung: hr-iNFO, 02.11.2018, 15 Uhr

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