Corona-Warn-App ()

Als die Corona-Warn-App vor einem Jahr an den Start ging, waren die Hoffnungen groß. Inzwischen ist es eher still um sie geworden. Ein Flop ist die App deshalb aber lange nicht, sagt unser Multimedia-Experte.

Wie viele Leute nutzen die Corona-Warn-App inzwischen?

Wenn man das genau sagen könnte, wüsste man mehr als das Robert-Koch-Institut. Genaue Nutzerzahlen gibt es nicht, aber es gibt jede Woche eine Bulletin vom Robert-Koch-Institut, aus dem man mit viel gutem Willen ableiten kann, wie die App angenommen und genutzt wird. Mit Stand 11. Juni wurde die App rund 28,3 Millionen mal heruntergeladen. Daraus kann man aber nicht ableiten, wie viel Leute die App täglich nutzen und persönliche Testergebnisse eingeben. Denn die App lebt ja davon, dass die Nutzer nicht nur draufschauen, sondern ihre Testergebnisse eintragen. Jeder kennt das aus seinem Bekanntenkreis: Kaum einer schaut da noch jeden Tag drauf.

Heißt das, die App ist ein Misserfolg?

Nein, sicher nicht. Denn das RKI sagt, mit der App wurden fast 16 Millionen Ergebnisse übermittelt. Das heißt: Fast 16 Millionen Mal wurden von den Nutzern Corona-Testergebnisse eingetragen und landeten beim RKI. Das hilft natürlich immens dabei einzuschätzen, wie sich die Pandemie entwickelt. Insofern ist die App ein Erfolg, das hätte man im schlecht digitalisierten Deutschland mit Fax und  Papier nicht hinbekommen. Und die vielen Anrufe bei der Hotline - über 750.000 - zeigen auch: Es gibt viele Nutzer, die die App aktiv bedienen einsetzen. Weil aber aus Gründen des Datenschutzes keine persönlichen Daten übermittelt werden, kann man über die tägliche Nutzung der fast 30 Millionen Downloads nichts sagen. 

Neben der Corona-Warn-App gibt es noch die App Luca oder die neue Cov-Pass-App. Wo liegen die Unterschiede?

Die drei haben ganz unterschiedliche Ansätze. Luca ist für Veranstalteter oder Restaurantbetreiber, für Wirte oder das Museum und natürlich für die Besucher. Damit kann man nachverfolgen, wer wann wo in einem Restauraunt oder bei einer Veranstaltung war - im Falle eines Falles kann man so diejenigen warnen, die Kontakt zu einem Infizierten hatten. Die Cov-Pass-App vom RKI ist ganz neu und sie macht nichts anderes, als den digitalen Impfpass aufzubewahren und bereitzustellen, wenn man sich damit beispielsweise ausweisen will - für einen Flug oder eben auch für das Restaurant.

Läuft die Corona-Warn-App denn mittlerweile stabil?

Ja, das tut sie. Dass am Anfang nicht alles rund lief, war abzusehen. So eine App ist Software und Software ist nie fehlerfrei. Aber die Programmierer haben sich viel Mühe gegeben, die regelmäßigen Updates haben die App immer weiter nach vorne gebracht. Im Laufe dieses eines Jahres gab es immer wieder neue Zusatzfunktionen, hier und da auch mal einen neuen Look. Ich finde, mittlerweile lässt sie sich sehr einfach bedienen, ist übersichtlich und einfach, aber effektiv gehalten.

 Hat die Corona-Warn-App eine Zukunft?

Ja, denn seit dieser Woche kann man in der App den digitalen Impfpass eintragen, wenn man durchgeimpft ist. Das pusht die App nochmal richtig nach vorne, denn wer sie schon kennt, wer sie nutzt, der kann sich die App Cov-Pass eigentlich sparen. Die Corona-Warn-App macht das mit, im Handumdrehen.

Vielleicht entwickelt sich die App sogar eine Tages zum Standard für alle Pandemien, die da noch kommen werden. Denn wenn man den Pandemieforschern Glauben schenkt, sind wir erstens mit Corona noch lange nicht durch und zweitens wird das nicht die letzte Pandemie sein.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 16.6.2021, 6 bis 9 Uhr

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