Sommerurlaub am Strand in Griechenland

An diesem Wochenende hat in Griechenland die Tourismus-Saison begonnen. Für die Wirtschaft des Landes ist das von großer Bedeutung, nach einem langen und harten Lockdown wurden die strengen Einschränkungen deshalb jetzt größtenteils aufgehoben. Einen Urlaub wie vor der Pandemie sollten Reisende dennoch nicht erwarten.

Die ersten Pauschalurlauber der Saison mussten richtig früh aufstehen: Abflugzeit 5.55 Uhr morgens von Hannover auf die Insel Kreta. Laut Reiseveranstalter Tui hat Kreta in diesem Jahr Mallorca als beliebtestes Reiseziel der Deutschen abgelöst. Für Manolis Yannoulis, Besitzer eines Hotels auf Kreta und Vizepräsident des griechischen Tourismusverbandes, ein Hoffnungsschimmer: "Die Situation ist schwierig, weil mehr als 50 Prozent der Hotels im vergangenen Jahr geschlossen geblieben sind, und diejenigen, die geöffnet waren, hatten eine sehr geringe Auslastung – was eigentlich unglaublich ist, denn 2020 hätte eigentlich ein Rekordjahr werden sollen."

Audiobeitrag

Podcast

Zum Artikel Impfen gut, alles gut? Was beim Sommerurlaub zu beachten ist

Bucht in Griechenland
Ende des Audiobeitrags

Bereits 2019 war ein Rekordjahr: Mehr als 34 Millionen Touristen kamen nach Griechenland. Umsatz der Tourismusbranche: 18 Milliarden Euro. Direkt und indirekt hat der Sektor ein Viertel zum Bruttoinlandsprodukt beigesteuert und jeden fünften Job gesichert. Dann kam Corona, die Touristen blieben weg und der Umsatz ist um mehr als 75 Prozent eingebrochen.

Der Druck ist immens

Der Druck, dass dieses Jahr besser wird, ist immens. Doch Tourismusminister Harry Theoharis dämpft die Erwartungen ein wenig: "Wir gehen nicht davon aus, dass das ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr wird, aber dennoch ist es ein wichtiges Jahr, um jedem zu beweisen, dass wir den Balanceakt zwischen Tourismus, der Öffnung der Wirtschaft und der Sicherheit schaffen können."

Weitere Informationen

Informationen des Auswärtigen Amts

Welche Regelungen in welchem Land für Touristinnen und Touristen gelten, können Sie hier nachlesen.

Ende der weiteren Informationen

Dementsprechend waren sämtliche Maßnahmen, die die Regierung in den vergangenen Wochen und Monaten getroffen hat, darauf ausgerichtet sicherzustellen, dass die Tourismus-Saison ab Mitte Mai beginnen kann. Der Lockdown war streng: Die Schulen waren sechs Monate geschlossen, es galten Ausgangssperren, an den Wochenenden teilweise ab 18 Uhr, der Einzelhandel: ebenfalls für mehrere Monate komplett zu – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Einreise nur mit zweiter Impfung oder negativem Test

In Vorbereitung auf die Tourismus-Saison hat die Regierung die Einschränkungen schrittweise gelockert. Die aktuellen Maßnahmen werden Urlauber vor allem bei der Ankunft merken. Denn einreisen darf nur, wer spätestens 14 Tage zuvor die zweite Corona-Impfung bekommen hat oder einen negativen PCR-Test vorweisen kann, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Außerdem werden an Häfen, Flughäfen und an der Landesgrenze stichprobenartige Schnelltests durchgeführt. "Ich möchte niemanden irreführen, dass es wieder wie im Sommer von 2019 wird", sagt Tourismusminister Harry Theoharis. "Wir wollen den globalen Kampf gegen diese Pandemie weiterhin gemeinsam fortsetzen. Aber wenn Sie ankommen und positiv getestet werden, müssen Sie und Ihre Familie in Quarantäne, allerdings kostenfrei."

Auch die Ausgangssperre wird vorerst erhalten bleiben, aber immerhin ist sie mittlerweile auf 0.30 Uhr nach hinten verlegt worden. Und auch die Restaurants, Bars und Cafés haben wieder geöffnet – wenn auch nur den Außenbereich und ohne Musik. Doch wenn alles gut läuft, könnten ab Juni auch diese Einschränkungen wegfallen.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 14.5.2021, 6 bis 9 Uhr

Jetzt im Programm