Grill im Park
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Viel Wärme und kaum Regen: Der Juni war so sommerlich wie lange nicht. Doch der anhaltende Sonnenschein hat auch seine Schattenseiten. Die Trockenheit bereitet nicht nur Landwirten Probleme.

Im Durchschnitt sind in Hessen im Juni nur rund 33 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen. Normal für den Juni sind aber 70 Liter – also mehr als doppelt so viel. Doch regional gibt es nochmal große Unterschiede: Besonders trocken sei es in einer Ecke im Nordosten von Hessen, zum Beispiel im Werra-Meißner-Kreis oder im Kreis Hersfeld-Rotenburg“, sagt Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn vom Deutschen Wetterdienst. An einer Wetterstation in Bad Soden Allendorf seien im ganzen Juni nur 4,2 Liter Regen auf den Quadratmeter gefallen. „Das ist ein absoluter Negativrekord.“ Als trockenster Juni galt bislang der im Jahr 1988.  Und selbst da sind in dieser Region rund 20 Liter pro Quadratmeter Regen gefallen. Auch im Kreis Marburg-Biedenkopf war es vergleichsweise sehr trocken.

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Auch war der Juni relativ warm. Durchschnittlich lag die Temperatur bei 17,8 Grad. Das bedeute gut über zwei Grad über dem langjährigen Klimamittel, erklärt Meteorologe Kesseler-Lauterkorn. Das sei aber noch fernab von irgendwelchen Rekorden. Im Hitzesommer 2003 hatte der Juni in Hessen eine Mitteltemperatur von 19,5 Grad.

Weniger Ertrag für Landwirte

Für die Landwirte ist es ein echtes Problem, wenn es über Wochen kaum regnet. Clemens Lischka ist Landwirt in Lich in Mittelhessen. Er baut Zuckerrüben, Winterraps, Winterweizen und Braugerste an. Durch die Trockenheit reifen die Pflanzen früher ab, erklärt er: „Durch die Hitze wird der Nährstofftransport ins Korn früher unterbrochen. Und dadurch wird es sehr wahrscheinlich zu einem größeren Anteil kleinerer Körner kommen, die sich natürlich dann auch ertraglich auswirken.“ Wie hoch die Ausfälle im Ende insgesamt sein werden, gilt es vorerst abzuwarten. Lischka macht vor allem die Braugerste Sorgen – hier erwartet er, zwischen 20 und 30 Prozent weniger Einnahmen.

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Die Trockenheit in der Natur wird auch für Felder und Wiesen gefährlich. Sie können sich leichter entzünden. In Guxhagen, Fuldabrück und Lohfelden bei Kassel standen am vergangenen Wochenende beispielsweise Felder in Flammen. Und in Babenhausen in Südhessen brannten laut Polizei rund 1000 Quadratmeter Feld und Wiese. Die Behörden warnen daher im Moment vor mittlerer bis hoher Waldbrandgefahr.

Waldbrandgefahr: Nicht rauchen und keine offenen Feuer!

Der Hauptgrund für Waldbrände seien offene Feuer, die Waldbesucher machen, oder unachtsam weggeworfene Zigarettenkippen, sagt Tina Baumann. Sie ist Försterin und leitet die Forstabteilung der Stadt Frankfurt. Auch in den nächsten Wochen geht die Försterin von erhöhter Waldbrandgefahr aus und legt daher den Waldbesuchern noch einmal nahe, „dass sie nicht rauchen und kein Feuer machen im Wald. Das ist auch gesetzlich verboten. Wenn sie grillen wollen, sollen sie an die öffentlichen Plätze gehen, die dafür ausgezeichnet sind.“

Wenig Regen schadet aber auch Gewässern. Ein Beispiel ist die Gersprenz im Kreis Darmstadt-Dieburg und Odenwaldkreis: Weil hier das Wasser knapp geworden ist, haben die Behörden verboten, dort Wasser zu entnehmen. Denn für die Fische, kommt es laut Regierungspräsidium Darmstadt fast schon auf „jeden Liter“ an.  

Sendung: hr-iNFO, 4.7.2018, 6:20 Uhr

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