Udo Lindenberg

Udo Lindenberg gehört zu einer der prägenden Persönlichkeit in der deutschen Musikszene, seine Tonträger erzielten vielfach Gold-Status. Heute wird der selbsternannte Panikpräsident 75 - ein Alter, das viele ihm nicht zugetraut haben. Was macht Udo Lindenberg seit 50 Jahren so erfolgreich?

Für mich ist Udo Lindenberg ein Pionier. Er hat es geschafft, die deutsche Sprache in der Rockmusik salonfähig zu machen. Auch wenn es schon vor Lindenberg Bands gab wie „Ihre Kinder“, die Ende der 60er Rockmusik mit deutschen Texten machten - diese Bands wurden nie so groß, Lindenberg schon. Was ist sein Erfolgsrezept?

Das Erfolgsrezept

Zutat Nummer 1: Lindenberg trifft in den 70ern einfach den Zeitgeist, indem er die Sprache der damaligen Jugend aufgreift. Seine humorvollen Texte gießt er in eingängige Rockmusik und erreicht ein breiteres Publikum als seine Vorgänger.

Zutat Nummer 2: Lindenberg saugt alles in sich auf wie ein Schwamm, bis heute. Wenn er in den 70ern in der legendären Hamburger Musikkneipe „Onkel Pö“ an der Theke sitzt, schnappt er auf, was die neben ihm trinkenden, kuriosen Gestalten von sich geben. So entstehen zum Teil die Songtexte, Titel und auch Figuren seiner Lieder. "Alles klar auf der Andrea Doria", "Keine Panik auf der Titanic", "Elli Pyrelli", "Johnny Controletti" .... alle Sprüche nicht aus seiner Feder, aber Lindenberg verarbeitet sie zu Songs.

Zutat Nummer 3: Lindenberg hat sich immer mit Menschen umgeben, die ihn kreativ füttern, ihn inspirieren. Bis heute. Auch seine aktuellen Stücke sind in Zusammenarbeit mit jüngeren deutschen Künstlern und Bands wie Jan Delay, Clueso, Silbermond oder Johannes Oerding entstanden. So bleibt Lindenberg am musikalischen Puls der deutschen Rock- und Popmusik.

Zutat Nummer 4: Lindenberg hat eine Marke geschaffen, eine Kunstfigur und ist doch authentisch: mit Hut, Lederjacke, Sonnenbrille, Nuschelgesang und Eierlikör, wobei er diesen heute nur noch zum Malen seiner Likörelle benutzt.

Zutat Nummer 5: Lindenberg hat überlebt. Keine Selbstverständlichkeit im Rockzirkus, vor allem nicht bei seiner Trinker-Vita. Schon mit 17 trommelt Udo Lindenberg als Schlagzeuger in Jazz -Bands, lernt damals schon das Whiskeytrinken. Andere Drogen gesellen sich im Laufe der Jahre dazu, doch die Flasche ist jahrzehntelang sein treuster Begleiter. Mit 4,7 Promille wird er mal ins Krankenhaus eingeliefert, mehrfach sieht er den Tod - nicht umsonst nennt er sich den "Exzessor".

Doch Lindenberg schafft den Absprung, wenn auch spät, mit über 60. Heute lebt er abstinent und vegan, joggt nachts um die Außen-Alster und will in den Club der 100-Jährigen. Ich würde es dem Panikpräsidenten wünschen.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 17.5.2021, 15 bis 18 Uhr

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