Stempel mit der Aufschrift DSGVO
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Die EU-Datenschutzgrundverordnung hat Auswirkungen auf jeden von uns. Wir klären, wo Verbraucher mit der neuen Regelung in Kontakt kommen und was sich konkret ändert.

Wer EU-Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, hört, der denkt meistens an einen typischen EU-Beschluss, an viel Bürokratie und kaum verständliche Phrasen. Dabei steckt dahinter eine Revolution im Datenschutz, sagt Joerg Heidrich. Er ist Justiziar der Computerzeitschrift c’t: "Das fängt damit an, dass sie sehr genau informiert werden müssen, bevor sie in irgendwas einwilligen. Also, wir brauchen den sogenannten informierten Bürger. Und dem muss man zum Beispiel genau erklären, was man mit seinen Daten vorhat. Wie man die speichern will, was man ihm an Informationen zukommen lassen will. Und nur, wenn man das richtig und ordentlich macht, dann kann man da eine Einwilligung generieren, auf deren Basis man Daten speichern kann. Ein anderes Beispiel: Man hat die Chance, sehr viel transparenter zu sehen, welche Daten das Unternehmen hat, und man kann sie, wenn es die gesetzlichen Voraussetzungen gibt, dann auch löschen lassen."

Für den Verbraucher bedeutet das, dass er erst überall zustimmen muss, wenn ein Unternehmen Daten von ihm sammeln will. Das geht weit über Facebook und Co hinaus. Es fängt beim Mobilfunkanbieter an, führt über viele Bankgeschäfte und geht bis hin zum Stromversorger, wie zum Beispiel die Mainova in Frankfurt. Auch hier gilt das neue Gesetz, erzählt Sven Birgmeier, Pressesprecher des Unternehmens: "Wir haben insoweit damit zu tun, als dass wir all unsere Kunden angeschrieben haben und sie darüber informiert haben, was das für sie bedeutet. Es geht vor allen Dingen um den Schutz der persönlichen Daten. Das ist etwas, was sich für uns ändert. Wir haben jetzt eine Nachweispflicht, aber der kommen wir natürlich gerne nach, denn es erhöht die Sicherheit für alle Beteiligten."

Flut von Mitteilungen

Und so kommt es, dass sich in den letzen Wochen eine wahre Flut von Mitteilungen in Postfächern, im Briefkasten oder auf dem Smartphone gefunden hat. Denn jedes Unternehmen muss seine Kunden jetzt darüber informieren, was für Daten gesammelt werden.

So ist es auch beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Hier sind einige Bereiche betroffen, erklärt Vanessa Rehermann: "Es werden bei uns zum Beispiel viele Sachen noch transparenter als vorher. Zu jedem Service, bei dem wir personenbezogene Daten erheben: das ist zum Beispiel beim Handyticket, das ist, wenn man sich einen Account macht, das ist, wenn man RMV Smart nutzt, und auch einige andere Services. Da gibt es zu jedem Service ein zusätzliches Infoblatt, auf dem dann auch genau aufgelistet wird, wofür die Daten genutzt werden."

Überall, wo Daten gesammelt werden, greift die DSGVO, und überall bedeutet es mehr Rechte für Verbraucher. Dazu gehört auch, dass jeder jederzeit erfahren kann, was die Unternehmen über einen gesammelt haben. Zudem können die gesammelten Daten gelöscht werden. Dafür muss man selbst aktiv auf die Unternehmen zugehen. Ansprechpartner finden sich in den jeweiligen Datenschutzbestimmungen.

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Sendung: hr-iNFO, 25.05.2018, 06.40 Uhr

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