Sujet-Bild: Eine Fötus-Figur in einer Petrischale

Schwangere Frauen sollen Bluttests auf ein Down-Syndrom und andere Trisomien unter engen Voraussetzungen von der Krankenkasse bezahlt bekommen. hr-iNFO erklärt, was der Test bringt und welche Risiken er birgt.

Werdende Eltern wünschen sich gesunde Kinder. Mit dem Feststellen der Schwangerschaft beginnt deshalb oft die Sorge, ob sich der Nachwuchs gut entwickelt. In den meisten Fällen ist dem auch so. Nur drei von 100 Kindern kommen mit vorgeburtlichen Abweichungen zur Welt. Etwa mit Trisomie 21.

Was ist Trisomie 21?

Trisomie 21 ist eine genetische Besonderheit. Üblicherweise enthält eine menschliche Zelle 23 Chromosomen-Paare. Auf ihnen sind unsere Erbinformationen gespeichert. Menschen mit Trisomie 21 haben ein Chromosom mehr. Das sogenannte Chromosom 21 gibt es bei ihnen dreimal – entweder komplett oder in Teilen. Bekannt ist Trisomie 21 auch als Down-Syndrom. Der Name geht zurück auf den britischen Arzt und Apotheker John Langdon Down. Er beschrieb das Syndrom 1866 als Erster.

Was zeichnet den Bluttest auf Trisomie aus?

Beim Bluttest auf Trisomie 21 werden DANN-Spuren des Embryos aus dem Venenblut der Mutter herausgefiltert und auf Trisomie hin untersucht. Den Test kann man ab der vollendeten neunten Schwangerschaftswoche durchführen. Er gilt als weitgehend risikolos im Gegensatz zu den bisher möglichen Fruchtwasseruntersuchungen.

Diese sind erst ab Schwangerschaftswoche 14 möglich und müssen immer invasiv vorgenommen werden. Ihre Ergebnisse gelten zwar als zuverlässiger als die des Bluttests, es besteht aber immer die Gefahr von Komplikationen bis hin zur Fehlgeburt. Entscheidet sich eine Mutter nach einer Fruchtwasserdiagnose für einen Schwangerschaftsabbruch, ist die Methode ab Schwangerschaftswoche 14 zudem komplizierter und belastender als noch in der neunten.

Wie teuer ist ein solcher Bluttest?

130 bis 430 Euro. Die Kosten sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Noch 2014 lag der Preis für einen solchen Bluttest zwischen 485 und 925 Euro. Mittels solcher Untersuchungen kann nicht nur Trisomie 21 festgestellt werden, sie eignen sich auch zur Diagnose anderer Trisomien wie Trisomie 13 (Pätau-Syndrom) und Trisomie 18 (Edwards-Syndrom). Bei ihnen liegt Erbmaterial des 13. oder 18. Chromosoms verdreifacht vor. Trisomie 21 ist also nicht die einzige Trisomie, wohl aber die bekannteste.

Was spricht für die Trisomie-Tests?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verweist insbesondere auf das geringere Risiko dieser Methode. Zahlen die gesetzlichen Krankenkassen den Bluttest, können werdende Eltern auf die riskantere Fruchtwasseranalyse verzichten. Die wird bereits jetzt von den Kassen bezahlt.

Welche Bedenken gibt es gegen den Bluttest?

Vor allem geht mit dem Test eine Befürchtung einher: dass es künftig immer stärker um die Frage geht, welche werdenden Kinder als lebenswert eingestuft werden und welche nicht. Mit bezahlten, risikoarmen Bluttests könnte die Hemmschwelle für eine Untersuchung sinken und Mütter dazu veranlassen, sich bei einem entsprechenden Testergebnis für eine Abtreibung zu entscheiden. In Dänemark hat sich nach der Einführung von Trisomie-Tests als Regelleistung die Zahl der mit Down-Syndrom geborenen Kinder halbiert.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 19.09.2019, 15-18 Uhr

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