Sparen

Fürs Alter vorzusorgen, ist vernünftig. In Zeiten von niedrigen Zinsen und hohen Infaltionsraten machen Sparbuch oder Tagesgeldkonten aber wenig Sinn. Wie können junge Menschen also am besten etwas auf die "hohe Kante" legen? Wir haben mit einem Experten gesprochen.

Leicht fällt Lena Hock das Sparen nicht. Zwar bekommt die 28 Jahre alte Studentin aus Gießen BAföG, aber sie hat auch viele Ausgaben. Vor allem muss sie für ihre Wohnung jeden Monat Miete zahlen, erzählt sie. "Und deshalb habe ich mir dann einfach noch einen Nebenjob gesucht, damit ich ein bisschen was zur Seite legen kann."

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Durch ihren Job als Hilfskraft an der Uni ist Lena seit kurzem in der Lage, jeden Monat ganze 200 Euro auf die hohe Kante zu legen. Das macht sie direkt am Monatsanfang. "Das ist ein Trick, den habe ich mir aus einem Podcast quasi abgeguckt, weil am Ende des Monats hat man ja nie was übrig zum Sparen." 1000 Euro hat sie auf diese Weise bereits gespart. Die liegen nun auf einem Unterkonto ihres Girokontos.

"Geld runter vom Giro- oder Tagesgeldkonto"

Oscar Stolper beschäftigt sich an der Universität Marburg mit Geldanlagen und der Psychologie der Sparer. "1000 Euro auf dem Girokonto verzinsen sich nicht mehr, in keinster Weise, weil wir eben in der Null- beziehungsweise Negativzinsphase verharren - schon seit vielen Jahren", mahnt er. "Gleichzeitig haben wir jetzt eine deutlich anziehende Inflation und das führt dazu, dass der Kaufkraftverlust, den es in der Vergangenheit auch schon gab, sich noch mal verschärft."

Das heißt also: Verbraucher können sich mit ihrem Geld immer weniger kaufen angesichts der steigenden Preise. Zuletzt stiegen sie um über vier Prozent. Und einmal angenommen, die Preise klettern in den nächsten zehn Jahren weiter so stark nach oben, dann wären die 1000 Euro von Lena Hock am Ende ein Drittel weniger wert. Deshalb muss das Geld runter vom Girokonto, besser auch von Tagesgeld- und Festgeldkonten, mahnt Wirtschaftswissenschaftler Stolper.

Investition in Aktien oder ETFs

Um etwas gegen die Inflation zu tun und ein Vermögen aufzubauen, sollten Sparer das Geld anlegen, zum Beispiel in Aktien investieren. Allerdings können deren Kurse schwanken, daher empfiehlt Stolper Geduld: "Ich lasse dieses Geld, das ich hier anspare, lange liegen, 15 Jahre oder noch länger. Und habe dann eine Situation, in der - zumindest historisch - es noch nie den Fall gab, dass ich mit meiner Aktienanlage einen Verlust erziele."

Noch weniger Risiko gehen Verbraucher laut Stolper ein, wenn sie ihr Geld in börsennotierte Indexfonds stecken, so genannte ETFs. Sie bilden die Entwicklung eines ganzen Börsenindex wie dem DAX nach. In solche ETFs investiert Christoph Wittmann bereits, jeden Monat reserviert der Frankfurter Student dafür 50 Euro. So spart auch er für künftige Anschaffungen und fürs Alter. "Wenn ich mir später ein Haus kaufen will oder mein erstes Auto, da muss man halt darauf sparen. Ich könnte mir das jetzt nicht so leisten als Einmalzahlung."

Rendite versus Inflation

Wobei das mit dem Sparen so eine Sache ist. Denn derzeit bekommt der Student eine durchschnittliche Rendite von vier Prozent, sodass er gerade einmal den Kaufkraftverlust durch die Inflation ausgleichen kann. "Dadurch, dass man Geld angespart hat, noch mehr Geld zu machen, ist nicht so einfach", sagt er.

Allerdings erzählt Christoph Wittmann auch, dass viele andere Studenten derzeit überhaupt nicht sparen können, weil sie ihre Jobs infolge der Krise verloren haben. Andere wiederum sind bei den Geldanlagen viel experimentierfreudiger und investieren etwa in Kryptowährungen wie Bitcoin. Den Hype darum kann Christoph Wittmann nicht verstehen, denn „ich habe auch schon miterlebt, dass manche Leute Geld verloren haben.“

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