Pinguine auf der Antarktis
Pinguine auf einer Eisscholle in der Antarktis Bild © picture-alliance/dpa

Das Eis der Antarktis schmilzt laut einer aktuellen Studie schneller als je zuvor: Sechs Mal so viel Eis wie in den 80er Jahren verliert der Südpol jährlich. Wie kommt das und welche Folgen hat es? Und wem gehört die Antarktis eigentlich?

14 Millionen Quadratmeter ist die Antarktis groß. Zum Vergleich: Europa hat nur etwa 10 Millionen Quadratkilometer. Die Antarktis ist ein gigantisches Naturschutzgebiet, das größte der Erde. Menschen leben hier meist nur für ein paar Monate, um zu forschen.

Noch vieles ist unbekannt. Unter dem bis zu vier Kilometer dicken Packeis werden wertvolle Bodenschätze vermutet: Kohle zum Beispiel, aber auch Gold, Kupfer oder Platin. Klar ist, dass die Antarktis eine andere wertvolle Ressource im Packeis hält:  80 Prozent der Süßwasservorräte der Erde nämlich.

Gemeinsames Erbe der Menschheit

Doch wem gehört die Antarktis? Das ist tatsächlich recht komplex. Gut ein Dutzend Staaten hat seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts Besitzansprüche angemeldet, darunter Großbritannien, Frankreich, Chile,  Argentinien und das nationalsozialistische Deutschland. Russland und die USA gehörten ebenfalls dazu. Die Länder berufen sich dabei beispielsweise auf die geografische Nähe oder die Herkunft der Entdecker, die Gebiete des Kontinents erstmals erschlossen hatten, wie beispielsweise Norwegen.

Wie würde die Erde aussehen, wenn alles Eis geschmolzen wäre?

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1959 unterschrieben auf der Antarktiskonferenz zunächst zwölf Staaten eine Übereinkunft, in der die friedliche Nutzung des Kontinents festgelegt wurde. Darin wurde festgehalten, dass die Antarktis nicht vom Militär genutzt werden darf. 1991 wurde dazu der Umweltschutz gesondert hineingeschrieben und der wirtschaftliche Abbau von Ressourcen verboten. Die Antarktis soll als gemeinsames Erbe der Menschheit gelten.

Forschungsstationen aus 29 Staaten

Die Antarktis, so könnte man sagen, gehört derzeit niemandem und gleichzeitig allen Menschen. Allerdings: Mit dem Vertrag verzichten die Staaten keineswegs auf Gebietsansprüche, sie stellen sie lediglich mit Rücksicht auf eine friedliche Koexistenz mit anderen Staaten zurück. Sie sind sozusagen auf Eis gelegt.

29 Staaten unterhalten in der Antarktis Forschungsstationen, sie teilen sich dabei unterschiedlich auf, einige auf Gebieten, die sie beansprucht hatten, andere nehmen auf ehemalige Gebietsbegrenzungen keine Rücksicht.

Ändern könnte sich der Status der Antarktis theoretisch Im Jahr 2048. Denn das Umweltschutzprotokoll, das den Ressourcenabbau verbietet, ist auf 50 Jahre begrenzt. Und dann werden territoriale Ansprüche auch wieder interessant. Ob es aber überhaupt dazu kommt, ist fraglich. Nach derzeitigem Stand der Technik wären die Ressourcen nur mit hohem Aufwand abbaubar.

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