Erdforschungssatellit Aeolus

Im Weltraum wird es voll – wenn wir den unmittelbaren Weltraum um die Erde herum betrachten. Dort drängeln sich Satelliten, rotiert Weltraumschrott, kreisen Raumstationen. Es kommt immer mal wieder vor, dass Satelliten ausweichen müssen, weil sie sich auf Kollisionskurs befinden. Was schwirrt da eigentlich, wozu sind die vielen Satelliten gut?

Wetter und Wissenschaft

Wettersatelliten kennen wir alle aus dem Fernsehen. Die meisten von ihnen haben eine sogenannte geosynchrone Bahn. Das heißt, dass die Umlaufzeit genau der Erdrotation entspricht. Daher blickt der Satellit immer und exakt auf den gleichen Bereich. Das macht Sinn, denn die Satelliten beobachten das Wettergeschehen stets aus der gleichen Perspektive. Dabei kommen unterschiedliche Sensoren zum Einsatz.

Nicht-geosynchrone Satelliten beobachten großräumiges Wettergeschehen oder sind beispielsweise einzig dafür zuständig, die Veränderungen des Eises an den Polen ins Auge zu nehmen. Damit sind wir auch schon bei der Wissenschaft. Denn ohne die Augen und Ohren im All wüssten wir deutlich wenig über unserer Galaxie und den Weltraum. Hubble und Co. sind einzigartige Sterngucker. Ihre Sensoren erfassen Licht und Radiowellen, die sich so auf der Erde nicht beobachten lassen.

Fernsehen und Telekommunikation

Sat-TV kommt, wie der Name schon sagt, aus dem All per Satellit. Die TV-Satelliten für die Verbreitung von Fernsehprogrammen sind, wie die meisten Wettersatelliten, geostationär. Die Schüssel zu Hause wird einmal auf den Satelliten ausgerichtet, dann kommt das Programm aus rund 36.000 Kilometern Entfernung bei uns an. Der Satellit ist praktisch eine Relaisstation. Bodenstationen schicken das Signal hinauf, der Satellit verbreitet es dann über zig Länder hinweg wieder zur Erde. Neben der Verbreitung von Fernsehen haben die Satelliten aber in der Regel noch jede Menge anderer Aufgaben. Telefongespräche werden darüber abgewickelt, Internetzugänge sind möglich.

GPS

Das Global Positioning System ist zum Oberbegriff für Satellitennavigation geworden. Neben dem US-amerikanischen GPS gibt es noch das europäische Galileo-System, das russische Glonast und das chinesische Beidou. Allen gemeinsam: Die Satelliten umkreisen die Erde auf hochpräzisen Bahnen. Sie senden dabei ein exaktes zeitsynchronisiertes Signal einer an Bord befindlichen Atomuhr aus, die Empfänger am Boden könne dann aus den Laufzeitunterschieden die genaue Position am Boden bestimmen. Navigationssatelliten sind mittlerweile unverzichtbar für den Verkehr an Land, in der Luft und auf dem Wasser.

Militär

Die Militärs betreiben jede Menge Satelliten, die nicht nur der Erdbeobachtung dienen – Stichwort: Spionage. Sie sind unverzichtbar für die verschlüsselte Kommunikation und sie beobachten auch den Funkverkehr auf der Erde. Außerdem sind sie das Herzstück der Raketenabwehr und manche können wohl auch direkt militärisch im Sinne von Angriffen eingesetzt werden. In welcher Form? Das ist militärisches Geheimnis.

Funkamateure

Auch Funkamateure haben Satelliten im Weltraum. High-Tech, vielfach gebaut von Studenten und von Funkamateuren an Universitäten in aller Welt. Deren Satelliten fliegen oft huckepack in den Orbit, wenn irgendwo in der Rakete noch ein Eckchen Platz ist. Sie erbringen damit den Beweis, dass auch private Anbieter was können und zeigen damit, dass der Weltraum nicht nur ein Tummelplatz für Kommerzielle und Militärs ist.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 23.1.20, 6-9 Uhr

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