Ein Klebezettel mit dem Schriftzug "Herd aus?" klebt an einem Herd neben den Drehknöpfen.

Wenn die Vergesslichkeit auffällig wird, liegt der Verdacht auf Alzheimer nahe. Aber nicht alle, die unter schleichendem Gedächtnisverlust leiden, haben Alzheimer. Und nicht jeder, der mal einen Topf auf dem Herd vergisst, steht kurz vor der Demenz.

Dass wir vergessen, ist sinnvoll. Unser Gehirn filtert, speichert und löscht permanent Informationen. Sonst wäre es überfrachtet mit Daten. Wer will sich schon die Einkaufsliste der vergangenen fünf Jahre merken. Auch, dass die Gedächtnisleistung mit zunehmendem Alter nachlässt, ist normal. Alzheimer aber ist ein krankhafter Untergang von Nervenzellen im Gehirn und die häufigste Form von Demenzerkrankungen.

Wie Alzheimer krank macht

Im Gehirn von Alzheimerpatienten sind zwei krankhafte Veränderungen zu erkennen, die charakteristisch sind für Alzheimer: Die Plaques aus Amyloid (verklebte Eiweißfragmente), die sich an die Zellen anheften, und die Tau-Proteine, die sich in den Zellen selbst breit machen. Die Zellen der Alzheimerpatienten können diesen Eiweiß-Müll nicht über den Stoffwechsel entsorgen. Die Folge: Die Nervenzellen können nicht mehr miteinander kommunizieren und sterben massenhaft ab.

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Zum Artikel Die Krankheit des Vergessens: Was Alzheimer mit uns macht

Ein Schlüsselbund liegt in einem Kühlschrank auf den Eiern.
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Zuerst werden die Gehirnregionen befallen, in denen wir Erinnerungen speichern. Das Kurzzeitgedächtnis und die Fähigkeit, sich zu orientieren, sind betroffen. Dann schwindet die Fähigkeit, sich auszudrücken. Und schließlich sind Kleinhirn und Hirnstamm betroffen - Gehirnbereiche, die lebenserhaltende Prozesse steuern.

Tüddelig oder dement?

Wer gerne seine Schüssel verlegt, hat vielleicht Stress oder das Gehirn löst gerade ein anderes Problem. Mit ein bisschen Konzentration wird man die Laufwege nachvollziehen können und früher oder später geht uns ein Licht auf. Bei einer Alzheimer-Erkrankung funktioniert das nicht. Die Person wird sich nicht einmal daran erinnern, dass sie den Schlüssel überhaupt benutzt hat.

Wortfindungsstörungen, Menschen nicht erkennen, sich nicht orientieren können: Das kann eine Alzheimer-Demenz sein. Sehr häufig wird sie aber auch mit einer Depression verwechselt. Oder es ist eine von 50 anderen Krankheiten, die die Hirnleistung einschränkt - Schilddrüsenerkrankungen, Vitaminmangel, Vergiftungen, Medikamente. Hier ist der Arzt gefordert und ein aufmerksames Umfeld

Nicht jede Demenz ist Alzheimer

Zwei Drittel der Demenzpatienten haben Alzheimer, die häufigste Art der Demenz. Die zweithäufigste ist die Vaskuläre Demenz. Hier sind Durchblutungsstörungen im Hirn verantwortlich. Gründe können hoher Blutdruck, Diabetes Typ 2 oder Arterienverkalkung sein. Zwei seltene Typen sind die Lewy-Körper-Demenz, die oft mit Halluzinationen verbunden ist, und die frontotemporale Demenz, die schon in jungen Jahren auftreten kann. Oft liegen Mischformen der Demenz vor oder eine eindeutige Diagnose kann erst nach dem Tod gestellt werden.

Wie auf Alzheimer getestet wird

Um andere Erkrankungen auszuschließen, wird der Arzt den Patienten durchchecken und Blut abnehmen. Um die Gedächtnisleistung zu testen, werden verschiedene psychologische Tests und Wahrnehmungstests gemacht. Zum Beispiel der bekannte Uhrentest, bei dem die Patientin oder der Patient eine Uhr malt und bestimmte Uhrzeiten eintragen soll. Denn Menschen mit beginnender Demenz haben Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung und dem abstrakten Denken.

Beim Mini-Mental-Status-Test müssen Personen zehn Minuten lang Fragen beantworten und einfache Aufgaben erledigen. Auch aus einfachen Zeichnungen von Testpersonen kann man Rückschlüsse ziehen. Bäume von gesunden Menschen sehen anders aus als die von Alzheimerpatienten. Letzte Gewissheit kann eine Hirnwasser-Untersuchung oder ein Hirn-Scan bringen.

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