Ein Mann zieht an einer E-Zigarette
Beim Benutzen einer E-Zigarette entsteht kein Rauch, sondern ein Dampf Bild © picture-alliance/dpa

Rauchen ist tödlich – das ist allgemein bekannt. Viele Raucher steigen deshalb auf Alternativen um. E-Zigaretten zum Beispiel. Sie sollen weniger Schadstoffe produzieren als herkömmliche Zigaretten.

Mathias Beckers hat in seinem Geschäft in Frankfurt-Sachsenhausen tausende verschiedene Modelle von e-Zigaretten im Angebot, sagt er. Das Prinzip sei dabei aber immer gleich: In der e-Zigarette wird eine spezielle Flüssigkeit – oft auch als Liquid bezeichnet – verdampft. Die gibt es in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen. Oft dabei: Nikotin. Wie viel, das kann sich der Kunde aussuchen. Auch die Aromen sind vielfältig - von Apfelstrudel mit Zimt über Blaubeer-Menthol bis hin zu Gaucho-Tee sind die Liquids für e-Zigaretten in praktisch allen Geschmacksrichtungen zu bekommen.  

Audiobeitrag

Podcast

zum Artikel Wie schädlich ist die E-Zigarette?

Ende des Audiobeitrags

Wie das Verdampfen der Flüssigkeit in der E-Zigarette funktioniert, erklärt Mathias Becker: "Wir haben, um aus dieser Flüssigkeit Dampf zu produzieren, eine Heizspirale. Das kann man sich vorstellen wie einen kleinen Toaster. Da ist auch genau der Draht drin, der in Toastern drin ist. Und dann wird über einen Docht, das kann Watte sein oder eine Silikatfaser, das Liquid aus dem Tank zur Heizspirale gebracht. Und wird dort verdampft". Wer an einer e-Zigarette zieht, raucht also nicht – er dampft. Damit führt der Name e-Zigarette in die Irre: Mit Tabak haben E-Zigaretten nämlich nichts zu tun.

"Nicht gesund, nur weniger schädlich"

Ganz anders die sogenannten IQOS Heat Sticks, die der Tabakkonzern Philipp Morris auf den Markt gebracht hat. Auch sie arbeiten mit Strom, statt einer Flüssigkeit erhitzen sie aber Tabak. Dabei wird der Tabak laut Hersteller eben nur erhitzt und nicht wie bei einer normalen Zigarette verbrannt. So sollen die IQOS Tabakerhitzer deutlich weniger Schadstoffe abgeben. Daher auch der Name IQOS, der für "I quit ordinary smoking" – also "ich höre mit dem normalen Rauchen auf" stehen soll.

Audiobeitrag

Podcast

zum Artikel Die Juul-E-Zigarette aus den USA - Was ist dran am Hype?

Ende des Audiobeitrags

Egal ob E-Zigarette oder Tabakerhitzer: Für den Lungenarzt Professor Joachim Bargon vom St. Elisabethen-Krankenhaus in Frankfurt ist die Sache klar: "Alles was in die Lunge rein geht, außer Luft, ist nicht gut für die Lunge". Wie sich die Tabakerhitzer im Vergleich zu E-Zigaretten mit ihren Liquids schlagen, könne man nicht abschließend sagen, so der Fachmann. Dafür fehlten schlicht die Langzeitstudien, schließlich seien beide Produkte noch nicht lange genug auf dem Markt. Aber: "Wahrscheinlich ist es etwas schädlicher als eine E-Zigarette, weil: es ist Tabak, der zwar nicht so heiß wird, wie bei einer Zigarette, aber die Schadstoffe sind nach wie vor drin", so Bargon. "Und von daher ist es nicht gesund, sondern nur weniger schädlich. Aber auch das muss man sich eigentlich nicht antun.“

e-Zigaretten als Einstieg zum Ausstieg

Wenn überhaupt seien e-Zigaretten deshalb zum Aussteigen für Kettenraucher geeignet, sagt Lungenarzt Joachim Bargon. Und genau die gehören auch zur Haupt-Käufergruppe in seinem Laden, schildert der e-Zigarettenverkäufer Mathias Beckers. "Die meisten sind so zwischen 30 und 60, also langjährige Raucher, auch schon ein bisschen älter, die aus lauter Frust mit anderen Sachen dann jetzt das ausprobieren wollen", erzählt er.

"Und die Jugendlichen, die kommen, die wollen das so ein bisschen als Shisha-Ersatz: Riesen-Dampfwolken! Da spielt das Nikotin auch keine Rolle. Sondern da geht’s auch um Geschmack.“ Generell rate er aber niemandem mit dem Dampfen anzufangen, betont Mathias Beckers. Und für unter 18-Jährige sei sein Geschäft ohnehin tabu.

Sendung: hr-iNFO, 3.12.2018, 06:10 Uhr

Jetzt im Programm