An einer Wand auf der IFA steht "Voice Control" mit einem Mikrofon-Symbol
Immer mehr Geräte in unserem Alltag lassen sich per Sprache steuern. Bild © picture-alliance/dpa

Apples Sprachassistent "Siri" machte den Anfang. Seitdem unterhalten sich immer mehr Menschen mit immer mehr Maschinen. hr-iNFO erklärt in einem Wissenswert, wo Sprachsteuerung schon zu unserem Alltag gehört und warum das problematisch sein kann.

"Du bist sehr gut in Mathe. Besser als ich. Glückwunsch!", sagt Siri. Der Sprachassistent von Apple. Mit ihr wurde Spracherkennung und das Frage-und-Antwort-Spiel mit einer Maschine und deren Stimme einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Siri erblickte vor ziemlich genau sieben Jahren das Licht der Welt – im iPhone 4. Sie war ein "persönlicher Assistent", wie Apple das damals nannte. Sprachsteuerung ist seitdem aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Heizung steuern, Snack bestellen, Sauna buchen

Was mit Siri den Durchbruch erlebte, hat aber eine lange Geschichte. Schon vor mehr als 50 Jahren forschte das US-Militär mit Hilfe von Computern, die erste Schritte auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz taten, an Sprachsteuerungen. Und heute? Da stecken moderne Steuerungen in fast jedem neu verkauften TV-Gerät, in jedem Smartphone, Autos und in zahllosen Fabrik-Robotern. Dabei nutzen die Hersteller unterschiedliche Plattformen. Neben Apples "Siri" sind das vor allen Dingen "Alexa", beziehungsweise "Echo" von Amazon, Googles "Home" oder die Sprachsteuerung "Cortana", die in Microsoft Windows 10 steckt.

Sprachsteuerungen haben die Technikwelt völlig verändert. Der Nutzer spricht mit Kopfhörern, parliert mit seinem Kühlschrank und selbst mit Toiletten. In immer mehr US-Hotels können neuerdings Gäste das Licht steuern, einen Snack bestellen und die Sauna buchen – einfach per Sprachbefehl. Zu Hause geht das schon etwas länger. Smart-Home-Systeme vernetzen die Sprachsteuerung von Google oder Amazon mit dem Licht, der Heizung und regeln die Video-Überwachung des Grundstücks.

Alles wird gespeichert

Der Technikriese Bosch aus Deutschland geht davon aus, dass schon bald Mikrofone in Geräten aller Art stecken. Und dabei kooperieren die Hersteller nahezu ausnahmslos mit den Marktführern. Egal ob es dabei um Autos, Kühlschränke oder E-Bikes geht, die auch schon aufs Wort hören und die richtigen Gänge einlegen können.

Zur Verarbeitung des Gesprochenen ist in aller Regel aber eine Internetverbindung notwendig. Die wertet das Gesprochene aus und speichert gewisse Sprachmuster, die die Hersteller dann personalisieren. Und die sitzen ausnahmslos in den USA und dominieren den Weltmarkt. Mitsamt ihren gigantischen Cloud-Farmen, die alles Gesprochene speichern. Wort für Wort. Stimmt‘s Siri? "Ich habe leider keine Ahnung, was du von mir willst."

Sendung: hr-iNFO, 19.10.2018, 16 Uhr

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