Roter Ordner mit der Aufschrift "Versicherungen"
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Das Bundeskabinett hat die Rückkehr zur Beitrags-Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen. Wir fassen zusammen, was das ist, wie es bisher war und was sich nun für Krankenversicherte ändert.

Wie bemessen sich die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung momentan?

Entscheidend dafür ist das Einkommen. Bis zu einer gewissen Grenze werden 14,6 Prozent des Brutto-Einkommens für die Krankenversicherung veranschlagt. Das ist der sogenannte allgemeine Beitragssatz - er ist bei allen gesetzlichen Krankenversicherungen gleich. Die Hälfte dieses Betrags zahlt der Arbeitgeber selbst, die andere Hälfte zahlt der Arbeitnehmer. Diese Parität gilt aber nur für den allgemeinen Beitrag. Denn dazu kommt nochmal ein Zusatzbeitrag, der für jede Krankenkasse anders aussieht. Im Schnitt beträgt der Zusatzbeitrag ein Prozent. Versicherte zahlen ihn derzeit komplett alleine – und dadurch unterm Strich etwas mehr für die Krankenversicherung als die Arbeitgeber.

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Die Rede ist von Rückkehr zur Parität – wie sah es denn früher aus? 

Den Zusatzbeitrag von durchschnittlich einem Prozent hat es nicht immer gegeben. Über Jahrzehnte haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge zu gleichen Teilen gezahlt. Die Abkehr von dieser Parität eingeleitet hat die rot-grüne Koalition unter Kanzler Schröder. Vor etwa 15 Jahren entschied sie mit einer Gesundheitsreform, einen sogenannten Sonderbeitrag zu erheben, den allein die Versicherten zahlen sollten. Ziel war es unter anderem, die Arbeitgeber durch sinkende Lohnkosten zu entlasten. 2005 erhoben die Krankenkassen die Zuzahlung dann erstmals - sie betrug zur Einführung 0,9 Prozent.

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Was soll sich nun ändern?

Der Zusatzbeitrag soll auch in Zukunft erhalten bleiben. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollen ihn aber ab dem kommenden Jahr gemeinsam tragen. Die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung werden also wieder genau gleich verteilt. Hochgerechnet bedeutet das: Die Arbeitnehmer werden pro Jahr um insgesamt fast sieben Milliarden Euro entlastet. Kosten, für dann die Arbeitnehmer aufkommen müssen. Wie viel ein Versicherter durch die Umstellung spart, hängt vom Einkommen ab. Wer zum Beispiel 3000 Euro brutto verdient, spart im Monat 15 Euro. Die neue Regelung gilt übrigens auch für gesetzlich versicherte Rentner: In diesem Fall zahlt die Rentenkasse die Hälfte des Zusatzbeitrags. Bei einer Rente von beispielsweise 1000 Euro im Monat bedeutet die Änderung eine Ersparnis von fünf Euro.

Sendung: hr-iNFO. 06.06.18, 16:10 Uhr

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