Wildschwein/Schild mit der Aufschrift "Afrikanische Schweinepest - Sperrbezirk"

Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland angekommen. Für Menschen ist sie ungefährlich, für Haus- und Wildscheine endet sie aber meist tödlich. Wie wird die Krankheit übertragen? Und wieso spielt der Mensch dabei eine große Rolle? Ein Überblick.

Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich, darüber sind sich Experten wie Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut einig: "Das ist ein sehr großes, komplexes Virus, das sich in seiner Entwicklung auf Schweine spezialisiert hat und andere Tiere nicht infizieren kann. Das heißt, betroffen sind hier wirklich nur die Schweine."

Der Krankheitsverlauf ist für die meisten Haus- und Wildschweine tödlich. Neun von zehn Tieren sterben - meistens innerhalb einer Woche nach der Ansteckung. Eine Impfung gibt es bisher noch nicht. Übertragen wird die Afrikanische Schweinepest durch direkten Kontakt, Tierblut und kontaminierte Essensreste.

Mensch spielt als Überträger eine große Rolle

Beim letzten Punkt spielt der Mensch als Überträger – besonders über längere Strecken - eine große Rolle. "Hier solte das Bewusstsein nochmal geschärft werden, dass Speisereste nicht unsachgemäß entsorgt werden", erklärt der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts Thomas Mettenleiter, "insbesondere wenn Speisen aus Regionen stammen, in denen die Afrikanische Schweinepest vorkommt."

Auch über verunreinigte Schuhe, Kleidung oder Jagdausstattung kann die Afrikanische Schweinepest übertragen werden. Hunde oder andere Tiere können aber nicht erkranken. Die Haltbarkeit des Erregers ist überdurchschnittlich lang. In manchen Fleischprodukten wie Parmaschinken kann er sich bis zu über einem Jahr halten. In Gefrierfleisch sogar bis zu sechs Jahren.

Importverbot für deutsches Schweinefleisch?

Der Ursprung der Afrikanischen Schweinepest liegt, wie der Name nahelegt, in Afrika, wo das Virus auch die höchste genetische Vielfalt zeigt. "In Afrika sind die natürlichen Wirtstiere die Warzenschweine und die Buschschweine und die erkranken nicht", sagt Elke Reinking vom Friedrich-Loeffler-Institut. "Das heißt, die kennen dieses Virus schon über Jahrtausende, wenn nicht Millioenen Jahre, haben sich gemeinsam entwickelt und leben also sehr gut zusammen, kann man sagen."

Der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest trifft Deutschland als einen der größten Schweinefleisch-Exporteure der Welt. China und andere asiatische Länder verhängen in der Regel Importverbote für Fleisch aus Regionen, in denen das Virus nachgewiesen worden ist.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 10.9.2020, 15 bis 18 Uhr

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