Justizministerin Barley bei einer Veranstaltung zu 100 Jahre Frauenwahlrecht.
In Deutschland dürfen Frauen seit 100 Jahren wählen. Bild © picture-alliance/dpa

Deutschland feiert 100 Jahre Wahlrecht für Frauen. Ist das nun viel oder wenig? Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Am anderen Ende der Welt durften Frauen schon viel früher wählen. Einige Länder waren hingegen sehr viel länger rückständig.

Frauen aus allen sozialen Schichten gingen in Großbritannien Anfang des 20. Jahrhunderts massenhaft auf die Straße, einige von ihnen auch in den Untergrund. Sie folgten dem Schlachtruf der feministischen Suffragetten "Votes for women". Zu ihren wichtigsten Wortführerinnen zählten Emmeline Pankhurst und ihre Tochter Christabel. Diese machte 1906 in einer historischen Rede klar, dass Frauen schon lange genug auf das Wahlrecht gewartet hätten.

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Am 2. Juli 1928 war es soweit. In Großbritannien trat das allgemeine Wahlrecht auf für Frauen in Kraft. Die Britinnen waren die lautesten und vielleicht auch die radikalsten Kämpferinnen für das Frauenwahlrecht. Allerdings waren sie nicht die ersten, die es auch bekamen.

Vorreiter Neuseeland, Schlusslicht Lichtenstein

In Neuseeland erhielten Frauen schon 1893 das Wahlrecht, in Australien 1902. In Europa hatten die skandinavischen Länder die Nase vorn. 1906 machten die Finnen den Anfang. Es folgte Norwegen 1913 und zwei Jahre später Dänemark. 1918 war es auch in Polen, Österreich und Deutschland soweit.

Zwischen 1915 und 1928 wurde in den meisten europäischen Ländern das Frauenwahlrecht eingeführt. Aber es gab auch Nachzügler: Die Französinnen waren erst 1944 an den Urnen. Die Schweizerinnen mussten bis 1977 warten, um auf Bundesebene wählen zu dürfen. Europas Schlusslicht ist 1984 Liechtenstein.

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"Wir stehen auf den Schultern von Riesinnen"

Annette Baumeisters ARD-Doku-Film "Die Hälfte der Welt gehört uns" dreht sich um den Kampf ums Frauenwahlrecht. Das Interview mit der Regisseurin finden Sie hier.

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Sendung: hr-iNFO, 12.11.2018, 6.20 Uhr

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