Eintracht-Fans zünden Pyrotechnik an.
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Eigentlich sind sie verboten, und doch brennen sie fast jedes Wochenende im Fußballstadion: bengalische Fackeln. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hat deshalb Haftstrafen für Zündler gefordert. Aber wie gefährlich sind die Feuerwerkskörper eigentlich?

Der Einsatz von Pyrotechnik ist in den Stadien per Gesetz generell verboten. Dazu gehören jegliche Arten von Feuerwerkskörpern oder Rauchtöpfen, selbst Wunderkerzen sind nicht erlaubt. Gefährlich sind aber gerade auch bengalische Feuer, die sogenannten Bengalos, denn die enthalten zum großen Teil Magnesium, das beim Verbrennen eine extreme Hitze entwickelt: bis zu 2.500 Grad und damit etwa doppelt so heiß wie vulkanische Lava.

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Das kann selbst bei geringem Kontakt zu erheblichen Verletzungen führen. Kleidung beispielsweise fängt bei diesen Temperaturen sehr leicht an zu brennen, aber auch die Rauchentwicklung ist problematisch. Denn der Rauch ist nicht nur gesundheitsschädlich für die Atemwege, sondern nimmt den Fans auch die Sicht. Das kann Panik auslösen oder auch Fluchtmöglichkeiten einschränken.

Nicht löschbar

Dazu kommt die starke Blendwirkung durch die gleißende Verbrennung des Magnesiums - Fakten die oft nicht ernst genommen werden, sagt Uwe Sauer, Leiter der Berufsfeuerwehr in Offenbach: "Ich glaube sehr wohl, dass die Gefahr, die von diesen Bengalo-Fackeln ausgeht, deutlich unterschätzt wird. Wir konnten dabei feststellen, dass den meisten überhaupt nicht klar ist, mit was sie es zu tun haben und wie heiß diese Fackeln brennen,  dass die auch für uns nicht löschbar sind und wie schnell man andere Personen damit doch sehr stark verletzen kann."

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Beuth fordert Haftstrafen für Zündler

Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth (CDU) fordert eine deutliche Strafverschärfung beim Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien. "Es muss gelten: Wer im Stadion zündelt, geht in den Knast." Um das durchzusetzen, bräuchte es aber eine Gesetzesänderung. [mehr auf hessenschau.de]

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Dass man die Bengalos nicht löschen kann, liegt in der eigentlichen Funktion als Seenot-Fackel, die eben auch Wasser standhalten soll. Trotz der Gefahr werden bengalische Feuer nahezu jede Woche in irgendeinem Stadion in Deutschland abgebrannt und vorher auf zum Teil dubiosen Wegen ins Stadion eingeschleust, sodass sie die Ordner einerseits beim Abtasten nicht finden können oder sie gleich Tage zuvor schon im Stadion versteckt werden.

Das Zünden von Bengalos in den Stadien wird derzeit als Ordnungswidrigkeit gewertet und nur mit einem Bußgeld geahndet - wenn man die Täter überhaupt findet. Härter sind da schon die Strafen innerhalb der Sportgerichtsbarkeit: Der DFB sanktioniert den Verein bei einem Vergehen der eigenen Fans mit einer meist vier- bis fünfstelligen Strafe, im Wiederholungsfall drohen Geisterspiele und den Tätern ein bundesweites Stadionverbot.

Sendung: hr-iNFO, 9.11.2018, 16:10 Uhr

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