Pinocchio mit der langen Nase
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Sieben Wochen ohne Lügen: Dazu hat die evangelische Kirche zu Beginn der Fastenzeit aufgerufen. Aber sind Lügen immer schlecht? Und warum tun wir das überhaupt?

Laut Definition ist eine Lüge eine Aussage, von der der Lügner ganz genau weiß, dass sie nicht der Wahrheit entspricht. Und sie wird mit Absicht geäußert, damit der Empfänger diese Aussage trotzdem glaubt. Es gibt verschiedene Gründe, warum Menschen lügen: aus Höflichkeit etwa, aus Angst, Scham oder einfach nur aus Spaß. Es gibt aber auch die berühmte Notlüge. Quasi aus Selbstschutz.

In allen Religionen ist Lügen nicht erlaubt. In der Bibel beispielsweise wird der Teufel als "Vater der Lüge" bezeichnet. Als abgeschwächte Formen der Lüge werden das Schwindeln oder auch das Flunkern bezeichnet.

Sichtbare Anzeichen fürs Lügen

Es gibt sichtbare, aber nicht immer eindeutige Anzeichen dafür, dass jemand lügt. Die gibt es deshalb, weil der Lügner unbewusste Verhaltensänderungen aufgrund von Stress aussendet: Hochziehen von Augenbrauen, Wegschauen oder schwitzende Hände - das alles könnten solchen Anzeichen sein. Sie unterscheiden sich aber von Mensch zu Mensch.

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Eine wissenschaftliche Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung fand heraus, dass Männer häufiger lügen, als Frauen. Männern geht es dabei meistens um Job, das Auto und die Freizeitaktivitäten. Frauen um Alter, ihr Gewicht und auch Einkäufe.

Außerdem lügen Jüngere eher als Ältere. Und: Schon Kinder können perfekte Lügner sein. Schon mit drei bis vier Jahren beginnen sie, bewusst zu schwindeln. Wobei sich die Wissenschaftler ziemlich sicher sind: Lügen lernen ist Teil unserer geistigen Entwicklung.

Sendung: hr-iNFO, 6.3.2019, 16:10 Uhr

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