Straße von Hormus

Im Konflikt zwischen dem Iran und den USA spielt die Straße von Hormus eine wesentliche Rolle. Denn bei den Spannungen geht es nicht zuletzt um Erdöl - und die Meerenge ist ein entscheidendes Nadelöhr für dessen Transport.

An der engsten Stelle ist die Straße von Hormus nur knapp 40 Kilometer breit. Sie liegt am Übergang des Persischen Golfs zum Indischen Ozean und ist benannt nach einer kleinen, in dieser Region liegenden und zum Iran gehörenden Insel.

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 Iranische Öl- und Frachtschiffe im Persischen Golf vor der vor der Straße von Hormus. Durch die Straße von Hormus wird fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte verschifft.
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Diese Meerenge ist ein wesentlicher Grund für die immer wieder aufkommenden Spannungen zwischen einzelnen Staaten, vor allem zwischen den USA und dem Iran. Die islamische Republik kontrolliert nämlich die Ein- und Ausfahrt der Schiffe, die in und aus dem Persischen Golf fahren.

Wichtigstes Nadelöhr für Öltransport

Schon seit der Antike ist sie eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsstraßen. Bis zum 16. Jahrhundert war sie der wichtigste Wasserweg auf dem Handelsweg von Europa nach Indien. Auch der Weg von und nach China spielte eine wichtige Rolle. Im 19. Jahrhundert war es für die Kolonialmacht Großbritannien wichtig, diese Meerenge ohne Probleme nutzen zu können.

Heute geht es in erster Linie um die weltweite Versorgung mit Öl. Der gesamte Schiffsverkehr in die Ölhäfen des Irak, von Kuwait, Bahrain, Qatar, der Arabischen Emirate, von Saudi Arabien und des Iran verläuft durch die Straße von Hormus. Auch der Oman ist ein wichtiger Akteur, denn dessen Staatsgebiet liegt direkt gegenüber der iranischen Küste an der Straße von Hormus.

Blockade würde Weltwirtschaft in Turbulenzen stürzen

Sie ist somit das wichtigste Nadelöhr für den Ölexport nach Japan, Europa und auch in die USA. Tanker im Wert von 800 Millionen Dollar durchfahren die Route täglich. Ein Viertel der globalen Erdölversorgung läuft über diese Wasserstraße. Sie hat daher eine immense strategische Bedeutung.

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Eine Blockade der Straße von Hormus würde die Weltwirtschaft in Turbulenzen stürzen. Das wissen auch die beiden Erzfeinde Iran und USA und sie halten sich alle Optionen offen. Der iranische Präsident Hassan Rohani zum Beispiel sagt: "Wir können beides - Diplomatie und Krieg." Und der ehemalige US-amerikanische Generalstabschef Martin Dempsey machte schon vor Jahren deutlich: "Jede Fehleinschätzung könnte dazu führen, dass wir in einen Konflikt gezogen werden. Das wäre eine Tragödie für die Region und für die Welt."

Regelung nach Genfer Seerechtskonvention

Denn es ist nicht das erste Mal, dass es eine Krise rund um die Straße von Hormus gibt. Steigen die Spannungen zwischen dem Iran und den USA, steigt regelmäßig auch die Sorge vor einer Blockade dieser Meerenge und damit vor einer militärischen Eskalation des Konfliktes.

Der Schiffsverkehr an sich ist für diese Region geregelt. Als internationale Schifffahrtsrouten existieren jeweils zwei bis drei Kilometer breite und 35 Kilometer lange Korridore für den ein- und ausgehenden Verkehr. Nach der Genfer Seerechtskonvention haben Schiffe das Recht der friedlichen Durchfahrt in der Straße von Hormus, wobei für Kriegsschiffe strengere Auflagen gelten.

U-Boote etwa dürfen nur aufgetaucht und beflaggt die Meerenge durchfahren, denn sie befinden sich entweder in iranischen oder in omanischen Hoheitsgewässern. Diese Genfer Seerechtskonvention haben sowohl der Iran als auch die USA unterzeichnet und ratifiziert. Ob man sich daran halten will und wird, das ist eine andere Frage.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 31.7.2019, 15 bis 18 Uhr

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