Eine Frau im Kopftuch steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin
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Zurzeit findet die vierte Islamkonferenz in Deutschland statt. Wir erklären, wer dabei ist und was die Ziele des Treffens sind.

Zum vierten Mal findet die Islamkonferenz inzwischen statt - einmal in jeder Legislaturperiode. Wissenschaftler, Juristen, Politiker, Muslime, aber auch jüdische und christliche Organisationen diskutieren, wie die Integration von Muslimen weiter voranschreiten kann und welche Rolle Muslime in Deutschland spielen sollen.

Bisherige Ergebnisse

Bei der Frage, was bislang erreicht wurde und ob sich eine solche Konferenz gelohnt hat, gibt es unterschiedliche Antworten. Ganz konkrete Ergebnisse gibt es nicht allzu viele. Dazu zählt zum Beispiel die Einführung des islamischen Religionsunterrichts. Hessen etwa war hier Vorreiter. Oder die Schaffung von Lehrstühlen für Islamische Theologie an einigen Universitäten in Deutschland.

Als positives Ergebnis wird von den meisten auch die Einigung im Jahr 2009 auf einen Wertekonsens zum deutschen Grundgesetz betrachtet. Und auch die Schaffung eines islamischen Wohlfahrtsverbandes soll in Angriff genommen werden.

Probleme

Es gibt jedoch auch Probleme: So sind die Muslime in Deutschland in verschiedene Gruppen zersplittert: Liberale und Fundamentalisten, Konservative und Gemäßigte. Einen alle umfassenden Dachverband gibt es nicht. So sitzen verschiedene Strömungen dieser Religion zusammen und es ist nicht immer einfach zu einem Konsens zu kommen. Ein weiteres Problem: ist, dass sehr umstrittene Verbände mit am Tisch sitzen - beispielsweise die Ditib. Sie gilt als verlängerter Arm der AKP, der Partei des türkischen Staatspräsidenten Erdogan.

In Moscheen unter Ditib-Führung kommen die Imame direkt aus der Türkei und auch die Finanzierung kommt von dort. Deshalb ist eines der Themen, die in Zukunft auf der Islam-Konferenz eine Rolle spielen könnten, die Frage nach einer steuerfinanzierten Basis der islamischen Moschee-Gemeinden in Deutschland. An Themen und Streitpunkten fehlt es der Konferenz auch in Zukunft also keinesfalls.

Sendung: hr-iNFO, 28.11.2018, 09:20 Uhr

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