Sportwaffen

Nach dem Attentat von Wächtersbach wird darüber diskutiert, ob Extremisten in Deutschland zu leicht an Waffen kommen. Doch wer darf eigentlich Waffen besitzen und welche Voraussetzungen muss er dafür erfüllen?

Wer eine Pistole oder ein Gewehr kaufen will, braucht eine Waffenbesitzkarte. Diese gibt es in grün, gelb oder rot - je nachdem, ob man Jäger, Sportschütze oder Sammler ist. Wer sie bekommt, prüft die jeweilige Waffenbehörde.

Dabei gebe es "den Nachweis einer entsprechenden Ausbildung mit der Waffe, das ist sozusagen die sachkundliche Seite", sagt Johannes Freiwalt, Mitarbeiter der Waffenbehörde im Landkreis Harburg, dem ARD-Magazin Panorama. "Man muss aber auch die Zuverlässigkeit nachweisen und die Eignung für das Führen einer solchen Waffe. Das heißt, es wird geprüft, inwieweit strafrechtliche Vorkommnisse vorliegen."

Waffenschein hat strengere Hürden als Waffenbesitzkarte

Wer die Besitzkarte ausgestellt bekommt, kann danach relativ einfach Waffen erwerben. "Da Sie gültige Papiere haben, habe ich auch weiter nicht zu prüfen, ob Sie jetzt zuverlässig sind oder nicht", sagt Michael Hartmann, der Schusswaffen verkauft. Bei der Zahl der Langwaffen, in den meisten Fällen Gewehre, gibt es für Jäger keine Begrenzung. Pistolen dürfen sie nur zwei besitzen. Sportschützen werden auch mehr als drei Kurz- und Langwaffen genehmigt, wenn ein begründetes Bedürfnis vorliegt.

Für den Waffenschein gibt es strengere Hürden als für die Waffenbesitzkarte. Mit einem Waffenschein darf man eine Pistole auch außerhalb des eignen Grundstücks oder der Schießsportanlage tragen. Der Jäger kann einen Jagdschein beantragen, er darf die Waffe dann aber nur auf der Jagd tragen. Zur Bewilligung des Waffenscheins müssen die Antragsteller nachweisen, dass sie wesentlich mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf Leib und Leben gefährdet sind. Das können Angestellte von Sicherheitsdiensten oder Personenschützer sein.

Überprüfung von "Bestrebungen gegen die verfassungsmäßige Ordnung"

Nicht ganz so klar geregelt ist die Überprüfung, ob der Antragssteller Bestrebungen hat, gegen die verfassungmäßige Ordnung oder gegen den Gedanken der Völkerverständigung zu verstoßen, wie es im Waffengesetz heißt. Diese Informationen liegen den Behörden oft nicht vor, gibt Johannes Freiwald von Waffenbehörde im Landkreis Harburg zu: "Das ist natürlich eine gewisse Grauzone, weil das nur zum Teil bekannt ist. Aber wenn wir derer habhaft werden - und da ist sicherlich auch die Zusammenarbeit mit Staatsschutz und Verfassungsschutz hilfreich -, dann werden wir dem auch nachgehen."

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Aufbewahrung der Waffen. Diese müssen, so heißt es offiziell, in einem Sicherheitsbehältnis - also einem Waffenschrank oder ähnlichem - gelagert werden. Den Behörden kann dies beispielsweise durch einen Kaufvertrag nachgewiesen werden. Zwingend vorgeschrieben ist es auch, die Munition und die Schusswaffen getrennt aufzubewahen.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 26.7.2019, 15 bis 18 Uhr

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