Ein Mitarbeiter prüft tonnenschwere Rohre für die geplante Gas-Pipeline.
Mehr als 300 Kilometer der neuen Pipeline sind bereits verlegt. Bild © picture-alliance/dpa

An der geplanten Gaspipeline Nord Stream 2 scheiden sich die Geister. hr-iNFO stellt das Projekt vor und erklärt, wer für und wer gegen den Bau ist.

Nord Stream 2 soll Gas aus dem russischen Wyborg nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern bringen. Die Pipeline verläuft weitgehend parallel zur bereits bestehenden Nord-Stream-Pipeline durch die Ostsee. Nord Stream 2 wird von einem Konsortium gebaut, an dem auch deutsche Unternehmen beteiligt sind: die BASF-Tochter Wintershall mit Sitz in Kassel und das Düsseldorfer Energieunternehmen Uniper.

Eine Grafik zeigt, wo Nord Stream und Nord Stream 2 verlaufen.
Die neue Pipeline verläuft nahezu parallel zur alten. Bild © dpa-infografik

Der russische Staatskonzern Gazprom stemmt 50 Prozent der Investitionskosten von 9,5 Milliarden Euro. Uniper und Wintershall übernehmen den Rest zusammen mit drei anderen Versorgern. Ende 2019 soll Nord Stream 2 in Betrieb gehen. Mehr als 300 Kilometer und damit ein Viertel der 1.200 Kilometer Gesamtstrecke sind bereits verlegt.

Zu große Abhängigkeit von Russland?

Die baltischen Staaten und Polen sehen die Trasse als Gefahr für ihre Sicherheit. Die Ukraine befürchtet den Verlust von Milliardeneinnahmen als Transitland für russisches Gas. Und dann sind da noch die USA.

Die Vereinigten Staaten warnen vor einer zu großen Abhängigkeit von Russland. Kritiker glauben aber, dass der Widerstand gegen die Pipeline so groß ist, weil die USA ihr eigenes Gas in Europa verkaufen wollen. Die Bundesregierung hält trotz aller Kritik an der Pipeline fest. Für Deutschland sei Nord Stream 2 ein rein wirtschaftliches Projekt.

Auch aus der CDU gibt es kritische Stimmen

Die Grünen sind gegen die Pipeline und haben sich für einen Baustopp ausgesprochen. Auch die CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen und Elmar Brok sehen das Projekt kritisch. SPD, Linke und AfD verteidigen den Bau von Nord Stream 2.

Sendung: hr-iNFO, 08.02.2019, 12 Uhr

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