75 Jahre Kriegsende Hessen Kassel
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Die Filmaufnahmen der US-Armee zeigen den Vormarsch auf Kassel Anfang April 1945, einen Flüchtlingstrek im November 1945 und DP* im Sommer 1948.

Kassel und Umgebung im Jahr 1945

Noch im März 1945 erlebte Kassel fünf schwere Luftangriffe. Die Stadt war mit 21 Standorten ein Zentrum der deutschen Rüstungsindustrie. Hier wurden u.a. die schweren Kampfpanzer gebaut. Insgesamt flogen die Alliierten 40 Angriffe während des Zweiten Weltkrieges. Die Stadt war völlig zerstört.

Aber bis zuletzt sollte die "Festung Kassel" gehalten werden, so der Befehl des Oberkommandos der Wehrmacht. Deutsche Soldaten sprengten Anfang April die Fuldabrücken, um die US-Armee aufzuhalten. Ende März exekutierte die Gestapo noch zwölf politische Gefangene, zwei jüdische Bürger und 79 vorwiegend italienische Zwangsarbeiter.

Am 4. April 1945 wurde Kassel von der 80. US-Infanterie-Division eingenommen und befreit. Von 220.000 Einwohnern, die hier 1939 gemeldet waren, waren nur rund 90.000 übrig geblieben, davon etwa 20.000 Zwangsarbeiter. Tausende Menschen waren obdachlos oder lebten auf engstem Raum, denn von 65.000 Wohnungen waren nur noch 19.000 bewohnbar.

In Kassel waren drei von insgesamt 29 DP*-Lagern in Hessen: Hasenecke, Jägerkaserne und Möncheberg. Die meisten jüdischen DP warteten in solchen Lagern auf eine Weiterreise nach Amerika oder Israel. Viele DP kamen aus der sowjetischen Besatzungszone nach Hessen, auch mit Zügen aus Berlin.

* Als "DP" bezeichnete man v.a. ehemalige KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter, die im Krieg deportiert oder verschleppt worden waren. Der Begriff wurde vom Hauptquartier der alliierten Streitkräfte geprägt.

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