Cybercrime Staffel 2
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Gehackte Patientenakten, manipulierte EKG-Geräte, lahmgelegte Notaufnahmen: kein Science-Fiction, sondern eine reale Gefahr für Kliniken und Patienten. Cyber-Attacken als Bedrohung für Krankenhäuser – das ist das Thema der zweiten Staffel des iNFO-Podcasts Cybercrime.

Am 9. September geht die hr-iNFO-Podcast-Reihe Cybercrime in Runde zwei. In fünf neuen Folgen gehen die Autoren Oliver Günther und Henning Steiner der Frage nach, wie sehr Internet-Kriminalität und Cyber-Attacken den sicheren Betrieb von Krankenhäusern stören können. "Viele Krankenhäuser nutzen heute die Chancen der Digitalsierung und Vernetzung. Die damit verbundenen Risiken werden aber oft unterschätzt", sagt Henning Steiner. "Ein Hackerangriff kann ein Krankenhaus komplett lahmlegen."

Wie schnell ein Krankenhaus nach einer Hackerattacke vom digitalen ins Papierzeitalter zurückgeworfen werden kann, das dokumentieren die beiden Autoren in ihrem Podcast anhand eines echten Falls. Im Februar 2016 musste das Lukaskrankenhaus im nordrhein-westfälischen Neuss nach einer Hackerattacke fast seine gesamte IT abschalten. Und das mehrere Tage lang. "Wir waren immer ein Vorzeigekrankenhaus der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen", so der kaufmännische Geschäftsführer des Krankenhauses, Dr. Nicolas Krämer, "und dann kam der Cyberangriff. Ein hochmodernes Krankenhaus wurde von jetzt auf gleich vom Automatik- in den Handbetrieb umgeschaltet. Nichts lief mehr."

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Podcast Cybercrime: Staffel 2

Ab Montag, 10. September, wöchentlich nach den Nachrichten um 19:20 Uhr in hr-iNFO.  Und jeweils schon einen Tag vorher auf cybercrime.hr.de und überall, wo es Podcasts gibt.

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Die  hr-iNFO-Autoren Henning Steiner und Oliver Günther zeigen, welche Auswirkungen die Attacke für die Klinikleitung, die Mitarbeiter und die Patienten hatte. Sie geben aber auch einen Einblick in die Jagd nach dem oder den Tätern, in die Ermittlungsarbeit des Landeskriminalamts NRW und des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). So gelingt es ihnen, den spannenden Fall aus ganz unterschiedlichen Sichtweisen zu erzählen.

Kliniken immer öfter Ziele von Hackern

Das Lukaskrankenhaus ist kein Einzelfall. Immer wieder sind Kliniken in Deutschland Cyberangriffen ausgesetzt. Nicht jeder dieser Angriffe ist erfolgreich. Und zum Glück sind die Auswirkungen meistens weniger dramatisch, als es das Lukaskrankenhaus erlebt hat. IT-Experten aber warnen in der neuen Cybercrime-Staffel, dass Kliniken von böswilligen Hackern immer öfter als lohnende Ziele  angesehen werden könnten. Dabei geht es nicht nur um Kriminelle. Auch Cyber-Terroristen könnten Krankenhäuser gezielt ins Visier nehmen. "Dass bösartige Hacker medizinische Geräte manipulieren, um Menschen zu schaden und gezielt Verunsicherung zu schüren, mag sich im Moment noch nach Science-Fiction anhören – aber solche Szenarien sind realistischer, als es auf den ersten Blick scheint", sagt Oliver Günther.

Umso wichtiger ist es, dass die Gefahren, die von Hackern und Schadprogrammen ausgehen, in den Krankenhäusern erkannt werden. Welche Schlüsse haben andere Kliniken aus dem Fall in Neuss gezogen? Wie sicher sind Krankenhäuser heute, zwei Jahre später? Insbesondere in Hessen? Auch darum geht es in der zweiten Staffel von Cybercrime.

Dazu dokumentieren  die Autoren in den fünf Folgen auch einen Testangriff auf eine hessische Klinik. Eine Angriffssimulation, die Verwundbarkeiten in der IT der Klinik aufzeigen soll. "Würde gar nichts gefunden werden, würd' ich an der Qualität der Tester zweifeln", sagt im Podcast der verantwortliche IT-Leiter der Klinik vor Beginn des Tests. Und tatsächlich: Auch hier fallen Schwachstellen auf, die von Cyber-Kriminellen und Hackern ausgenutzt werden könnten.

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