Kindeswohl
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Oft bleibt es unerkannt, wenn Kinder misshandelt werden. Die Opfer sind alleine mit ihrem Schmerz - auch, weil sie sich schämen oder Angst haben, über das Erlebte zu sprechen. Aber es gibt viele Anlaufstellen, die Unterstützung bieten, auch ganz anonym.

Kinder, denen von ihren Eltern oder anderen nahen Bezugspersonen Gewalt angetan wird, fallen im Kindergarten oder der Schule durch Verhaltensveränderungen auf. Sie können plötzlich besonders aggressiv sein oder in sich gekehrt und traurig. Meist sind das Anzeichen, dass "etwas nicht stimmt", erklärt Psychologin Franziska Schreiber.

Für Erzieher, Lehrer oder Sozialpädagogen sei die Verhaltensänderung oft sehr schwierig einzuordnen. "Die Kinder haben natürlich eine hohe Motivation, die auch geliebten Eltern auch zu schützen", so die Psychologin. Gerade auch bei Vernachlässigungsfällen komme es oft vor, dass Eltern ihren Kinder verbieten, über die Situation zu Hause zu sprechen. Viele Misshandlungsopfer können erst Jahre später über das reden, was sie erlebt haben.

"Wir können Personen helfen, die Schlimmes erlebt haben"

Helfen kann ihnen eine Traumatherapie. "Die Therapieforschung hat gezeigt, dass wir den Kindern sehr effektive Traumatherapien anbieten können", erklärt der Ulmer Kinderpsychiater und -psychologe Professor Jörg M. Fegert.

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Fegert: "Wir können Kindern effektive Therapien anbieten"

Noch bekämen aber zu wenige Kinder solche erfolgreichen Therapien, sagt der ärztliche Leiter der Ulmer Kinderpsychiatrie. [mehr]

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"Wir können Personen, die Schlimmes erlebt haben, helfen und viele haben gute Aussichten, wieder einen Fuß ins Leben zu tun, klarzukommen und nicht vor allen Situationen Angst zu haben." Man könne das nicht ungeschehen machen, "aber man kann das in den Lebenslauf integrieren und damit klarkommen", sagt Fegert.

Was tun, wenn man Opfer von Misshandlung ist?

Tipps von ZORA, Anlauf- und Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen

1. Glaube Dir selbst und erkenne an, dass Dir Unrecht widerfahren ist. Das, was passiert ist, ist nicht Deine Schuld. Nur der Täter ist schuld!

 2. Rede über das, was passiert ist, und öffne dich gegenüber anderen Menschen. Du musst es nicht alleine aushalten. Sei aufmerksam und schaue, ob Du selbst damit klarkommst. Du hast immer die Möglichkeit, Dir Hilfe und Unterstützung bei einer Beratungsstelle oder einem Therapeuten zu suchen. Das gilt auch, wenn du die Beziehung zum Täter nicht abbrechen möchtest.

3. Tu Dinge, die Dir gut tun (Sport, Kunst, Musik hören usw.). Verarbeiten kostet Kraft. Gib Dir Zeit zum Verarbeiten!

4. Wenn Du es möchtest, kannst du eine Anzeige bei jeder Polizeidienststelle machen. Vor allem, wenn Du in Gefahr bist, ist eine Anzeige wichtig. Bitte rufe sofort die 110 an, wenn eine akute Gefahr für Dich und Dein Leben besteht. Bist Du jetzt noch nicht für eine Anzeige bereit, dann kannst Du Dir Deine Verletzungen bei einem Arzt oder im Krankenhaus dokumentieren lassen. Mit der medizinischen Dokumentation kannst Du den Vorfall zu einem späteren Zeitpunkt anzeigen. Ob Du eine Anzeige machen möchtest, ist allein Deine Entscheidung.

Hilfsangebote - Übersicht

  • Zora, Anlauf- und Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen (Wiesbaden)

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  • Trauma-Ambulanz Frankfurt

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  • Hilfe bei sexuellem Kindesmissbrauch

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Hilfetelefon bei sexuellem Missbrauch: 0800 / 22 55 530 (kostenfrei und anonym)

  • Kinderschutzambulanz der Frankfurter Uniklinik

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  • Kinderschutzbund

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  • Deutsche Kinderhilfe: Die Kindervertreter

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  • Weißer Ring

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