Ohrfeige
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Das Einzige, was man beim Verdacht auf Kindesmisshandlung falsch machen kann, ist Nichtstun, sagt die Deutsche Kinderhilfe. Im Interview erklärt der Vorsitzende Rainer Becker, wie man am besten vorgehen sollte.

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7-Punkte Plan: Was kann "jedermann" tun bei Verdacht auf Kindesmisshandlung?

Ausgearbeitet von der Deutschen Kinderhilfe

1) Es geht um Sie persönlich!
Es geht nie darum, was getan werden müsste, es geht immer nur darum, was Sie persönlich tun können und sollten!

2) Hilfe anbieten!
Ein behutsames Einschreiten mit "Sie scheinen im Moment sehr gestresst zu sein, kann ich vielleicht helfen?" wirkt grundsätzlich weniger provozierend als der Vorwurf "Was machen Sie da mit Ihrem Kind?"

3) Nicht den Helden spielen!
Sie müssen nicht Ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, um zu helfen. Dafür gibt es ausgebildete Personen.

4) Melden!
Ein Jugendamt oder auch die Polizei können nur so schnell und so gut reagieren, wie sie von dem Verdacht einer Kindesmisshandlung Kenntnis erhalten. Bei Kindesmisshandlung gibt es kein "Anschwärzen"! Lieber einmal einen Fehlalarm, für den sich die zuständige Behörde nachträglich entschuldigt, als ein einziges schwer verletztes oder gar totes Kind mehr.

5) Die Identifizierung der Ihnen nicht bekannten Personen ermöglichen!
Bei unbekannten Verdächtigen dürfen Sie unter angemessener Berücksichtigung Ihrer Sicherheit Foto- oder Video-Aufzeichnungen von den Verdächtigen, dem betroffenen Kind oder z.B. einem Auto-Kennzeichen machen und diese dann dem Jugendamt oder der Polizei zur Verfügung stellen.

6) Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!
Lassen Sie sich den Eingang einer Meldung oder die Erstattung einer Anzeige immer schriftlich bestätigen.

7) Gar nichts zu tun ist immer falsch!
Was immer Sie versuchen, um einem Kind, das in Gefahr zu sein scheint, zu helfen, ist besser als gar nichts zu tun. Wer gar nichts tut, macht sich mitschuldig.

Sendung: hr-iNFO, 14.5.2018, 6.10 Uhr

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