Klimagipfel von Paris
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Die Staatengemeinschaft hat sich ambitionierte Ziele gesetzt im Klima-Abkommen von Paris. Was davon haben sie drei Jahre später erreicht?

Bundeskanzlerin Angela Merkel fand klare Worte beim Klimagipfel 2015 in Paris: "Deutschland hat sich klare Ziele gesetzt. Wir werden unsere CO2-Emmissionen bis 2020 um 40 Prozent reduzieren und wir wollen bis 2050 gegenüber 1990 um 80 bis 95 Prozent Reduktion erreichen." Am Ende des Gipfels stand ein Erfolg: Die Staaten einigen sich auf einen neuen Weltklimavertrag. Und zum ersten Mal sind tatsächlich alle Industrie- und Schwellenländer dabei.

Das Ziel: die Erderwärmung auf weniger als 2 Grad Celsius zu begrenzen, wenn möglich 1,5 Grad. Denn bei einer stärkeren globalen Erwärmung drohen Hitzewellen, Dürren, Starkregen oder Überschwemmungen, weil der Meeresspiegel ansteigt. Diese Klima-Katastrophen wären für viele Länder nicht mehr beherrschbar. Um das Zwei-Grad–Ziel zu erreichen, muss weltweit der Ausstoß von CO2 drastisch verringert werden – auch in Deutschland.

Deutschland verfehlt Ziele von Paris

Drei Jahre nach Paris, 2018, klingt Merkel da allerdings nicht mehr so optimistisch: "Wir haben uns sehr ambitionierte Ziele gesetzt und deshalb haben wir jetzt auch alle Hände voll zu tun." Sie hätte auch sagen können: 'Tut mir leid, wir haben uns zu viel vorgenommen.' Deutschland verfehlt seine Klimaziele für 2020 deutlich, statt 40 Prozent weniger werden allenfalls 32 Prozent erreicht. Vor allem der Betrieb der alten Braunkohle-Kraftwerke torpediert die in Paris formulierten Ziele.

Derweil sind auch die weltweiten CO2-Emissionen nicht gesunken. Und während schon das Zwei-Grad-Ziel so schwer zu erreichen scheint, zeigt der aktuelle Sonderbericht des Weltklimarates IPCC, dass ein halbes Grad weniger einen gewaltigen Unterschied macht.  Bei einer Erwärmung von nur 1,5 Grad wären die Folgen für die Menschheit deutlich geringer und besser beherrschbar, sagt Klimaforscher Hans-Otto Pörtner bei der Veröffentlichung des Berichts: "Die Unterschiede zwischen 1,5 und 2 Grad zeigen sich in einer höheren Durchschnitts-Temperatur auf dem Festland und in den Meeren, heißen Wetterextremen, extrem schweren Regenfällen und Dürren. Der durchschnittliche Meeresspiegel wäre im Jahr 2100 um zehn Zentimeter niedriger und bis zu zehn Millionen Menschen wären weniger in ihrer Existenz bedroht."

"Staatengemeinschaft muss rasch handeln"

1,5 Grad sind machbar, das ist die zweite Botschaft des Weltklimarates. Wenn die Staatengemeinschaft jetzt "rasch handelt". Mit diesen neuen Erkenntnissen macht sich die Weltgemeinschaft Anfang Dezember auf den Weg zur 24. UN-Klimakonferenz in Kattowitz. Dort wird es auch darum gehen, in einer Art Regelbuch die Klimaschutz-Zusagen der einzelnen Staaten überprüfbar und miteinander vergleichbar zu machen. Das Regelbuch wurde auf der Klimakonferenz 2017 in Bonn vorbereitet und soll nun in Kattowitz verabschiedet werden. Letztlich geht es immer noch darum, wie das legendäre Klima-Abkommen von Paris tatsächlich umgesetzt wird.    

Sendung: hr-iNFO, 19.10.2018, 7:30 Uhr

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