Symbolbild Impfung

Am Freitag hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Impfverordnung unterzeichnet. Sie regelt, wer wann geimpft werden soll. Unsere Kommentatorin findet: Genau so – und nicht anders!

Könnten wir uns vielleicht vor Weihnachten um des lieben Friedens und der Gesundheit willen bitte einmal auf Grundlegendes einigen: Impfen ist das Einzige, was vor dieser Pandemie schützt, was zumindest davor schützt, an Covid-19 zu erkranken und im schlimmsten Fall daran zu sterben. Wir brauchen uns nichts vorzumachen: Wenn wir uns nicht impfen lassen, dann wird diese Pandemie noch länger dauern, uns noch mehr abverlangen, in allen Bereichen unseres Lebens. Und es werden noch viel mehr Menschen krank werden und sterben.

Es braucht nun selbstverständlich eine Reihenfolge, in der geimpft wird. Schließlich gibt es zunächst nicht genug Impfdosen, und selbst wenn es genug gäbe, könnten nicht alle Menschen, die das wollen, sofort zeitgleich geimpft werden: Es ist rein logistisch kaum möglich, es sei denn, man baut an jeder Milchkanne ein Impfzentrum auf.

Nicht mit Kügelchen oder Kristallen

Lasst uns also endlich, so schnell es geht, also sobald der Impfstoff zugelassen und verfügbar ist, diejenigen impfen, die eine Corona-Infektion mehrheitlich nicht überleben würden: die Menschen über 80, die Hochbetagten. Jeder Zweite, der fast 25.000, die mit oder an Corona gestorben sind, war über 80 Jahre alt. Das Risiko, schwer zu erkranken, steigt mit dem Alter. Es ist daher absolut richtig, diese Menschen als erste mit dem Impfstoff zu versorgen. Und wenn sie nicht zum Impfstoff kommen können, weil sie zu alt, zu gebrechlich, zu krank sind, dann muss der Impfstoff eben zu ihnen kommen.

Impfen schützt, auch wenn das militante Impfgegner leugnen. Corona lässt sich ganz bestimmt nicht mit Kügelchen oder Kristallen besiegen. Fragt nach in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen, wo Ärztinnen, Ärzte und das Pflegepersonal am Anschlag arbeiten. Jetzt muss nur die Impf-Logistik klappen. Hier sind die Bundesländer gefordert: Pannen wie beim Testen in Bayern, als zahllose Test-Ergebnisse verschwanden, darf es beim Impfen nicht geben.

Das Vertrauen in den Impfstoff ist ohnehin ausbaufähig, was in gewisser Weise verständlich ist, weiß man doch noch nichts über eventuelle Langzeitnebenwirkungen. Wenn wir allerdings mit dem Impfen noch länger warten wollen, müssen wir uns auch bewusst machen, dass Corona unser Leben genauso lange dominieren wird – mit all den schrecklichen und höchst realen Folgen, die wir jetzt schon sehen. Seien wir froh, wenn es dieses Jahr nach Weihnachten das größte Geschenk gibt: ein Serum gegen Corona.

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Der Kommentar spiegelt die Meinung der Autorin und nicht die der Redaktion wider.

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Sendung: hr-iNFO, Aktualität, 18.12.20, 15-18 Uhr

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